Google guckt mal wieder vorbei

Sie sind wieder unterwegs. Vor einigen Tagen wurden in Styrum Wagen von Google gesichtet. Werden nun wieder Aufnahmen von Häusern gemacht, die dann ins Netz gestellt werden? Und können sich die Hauseigentümer nicht dagegen wehren, indem sie auf den Datenschutz verweisen? Schon vor vier Jahren haben diese Fragen die Menschen umgetrieben, als Google im Rahmen seines Projektes „Street view“ Häuser im ganzen Land systematisch abfotografierte.

„Wir sind nicht dafür zuständig“, erklärt Bernd Otto vom Ordnungsamt. „Die Straßen sind öffentlich. Und auf so einer öffentlichen Straße darf auch jeder Fotos machen.“ Andreas Noje, Jurist und örtlicher Geschäftsführer des Eigentümerverbandes Haus und Grund, rät dazu, sich direkt an den Internet-Konzern zu wenden. „Das haben wir auch schon vor drei Jahren unseren Mitgliedern empfohlen, als die Diskussion um Google Street View aufgekommen ist. In letzter Zeit hatten wir allerdings keine Anfragen. So ist es neu für mich, dass Wagen des Konzerns aktuell im Stadtgebiet unterwegs sind.“

Google bestätigt auf NRZ-Anfrage, dass tatsächlich im Moment Wagen des Konzerns in Deutschland herumfahren. Allerdings nicht, um Aufnahmen von Hausfassaden zu machen. Es gehe nämlich dieses Mal nicht um Street View, sondern darum den Karten-Service des Konzerns, Google Maps, zu aktualisieren. „Wir wissen, dass das Interesse an unseren Kamera-Autos groß ist. Es sind dieselben Autos, welche wir in der Vergangenheit genutzt haben, um Bilder für Street View aufzunehmen“, erläutert die Sprecherin von Google Deutschland, Lena Heuermann. „Bei den kommenden Fahrten nutzen wir das Bildmaterial aber nur, um Google Maps zu verbessern und haben keine Pläne, dieses zu veröffentlichen.“ Das Bildmaterial werde lediglich dazu verwendet, die Angaben zu Straßennamen, zur Verkehrsführung oder zur Beschilderung bei Google Maps zu verbessern. Einzige Ausnahmen: die sogenannten „Points of view“, Sehenswürdigkeiten, die bei Google Maps als Standorte markiert werden. Gesichter oder aber Kfz-Kennzeichen, die dabei aufgenommen würden, sollen aber vor einer Veröffentlichung im Netz gepixelt werden, versichert der Konzern. Das Misstrauen von Anwohnern, die sich von Google-Kamerawagen in ihrer Privatsphäre bedroht sehen, sei also unbegründet.

Das bestätigt auch die Pressestelle des NRW-Landesbeauftragten für Datenschutz. In den letzten Wochen sind dort schon mehrere Anfragen irritierter Bürger eingegangen. Deswegen hat man auf der Homepage der Einrichtung alle wichtigen Informationen zum Thema zusammengefasst (siehe Kasten).

Wer aber trotzdem auf Nummer sicher gehen will, kann natürlich vorsorglich schriftlich Google gegenüber verbieten, dass personenbezogene Daten von ihm veröffentlicht werden. Dafür reiche, so die nordrhein-westfälische Verbraucherzentrale, schon ein formloser Brief aus.