Golf: Ein Sport für jede Generation

Selbeck / Speldorf..  Golfen hat in Mülheim eine lange Tradition. Der „Golfclub Mülheim an der Ruhr e.V.“ in Selbeck mit einer 27-Loch-Anlage wurde vor 23 Jahren gegründet. Den „Golf Club Mülheim an der Ruhr Raffelberg e. V.“ mit 18-Loch-Anlage, inmitten des Galopprennbahn-Geländes gelegen, gibt es nunmehr seit 16 Jahren. Inhaber ist das Ehepaar Susanne und Ralf H. Schmitz-Abshagen. Beide Clubs bieten einen professionellen Sportbetrieb.

Üben an der „Open Driving Range“

Am Raffelberger Club mit rund 500 Mitgliedern darf jeder, der die Jahresgebühr zahlt und eine Platzreife besitzt, das „Grün“ nutzen. Selbst ohne Mitgliedschaft können Golfspieler das Golfen unkompliziert für ein paar Euro Ball-Miete an der „Open Driving Range“ trainieren oder mit Platzreife gegen eine Gebühr am „After-Work-Golf“ in rund dreieinhalb Stunden den 18-Loch-Platz bespielen.

„Es hat sich in den letzen 20 Jahren enorm viel verändert“, erklärt Jonathan Strickland vom GC Raffelberg, Berufsspieler und Golflehrer, kurz „Pro“ genannt. Als Golf in Deutschland noch weit davon entfernt war, ein Volkssport zu sein, ist der Engländer ganz selbstverständlich mit dem Ballsport aufgewachsen, hat schon in der Schule das Golfen erlernt. In einem zweistündigen Schnupperkurs für 19 Euro vermitteln John Strickland und sein Pro-Kollege Mathias Zeman Neulingen die Grundbegriffe. Mit einer „Golfschnuppermitgliedschaft“ und Einsteiger-Programmen möchte der Club Neulinge locken. „Jeder, der seine Leidenschaft für den Sport einmal entdeckt hat, möchte die „Platzreife“ erlangen, den „Führerschein“ für Golf, um endlich selbstständig loslegen zu können“, sagt Susanne Schmitz-Abshagen.

In nur vier bis sechs Wochen sei das in ihrem Club umsetzbar, ergänzen die Pro’s. „Beim Golf spielt man zuallererst gegen sich selber und gegen den Platz“, erklärt John Strickland. Jeder Spieler entwickele den Ehrgeiz, sein Handicap von 54, mit dem er nach Erhalt der Platzreife anfängt, zu verbessern. Ein Mannschaftssport sei das Golfen außerdem, wenn man auf Turnieren im Team gegen andere Clubs antrete. Mittlerweile kommen sogar Schüler der Styrumer Willy-Brandt-Gesamtschule regelmäßig zum Training nach Speldorf. „Das ist möglich durch ein vom Deutschen Golf Verband, DGV, geförderten Programm namens „Abschlag Schule“, erklärt Schmitz-Abshagen.

Golfen im Landschaftsschutzgebiet

Auch der Selbecker Golfclub, eine weitläufige
75 Hektar
Fläche im Landschaftsschutzgebiet, rekrutiert seinen leistungsstarken Nachwuchs aus Mülheimer Schulen. Jedes Jahr findet eine Sichtung unter den Zweitklässlern der Oemberg-Grundschule statt. „Die 20 Besten dürfen ein Jahr lang kostenlos bei uns golfen lernen“, erklärt Vereins-
Präsident Thomas Ohnhaus. Im DGV Förderprogramm „Zukunft Jugend“ habe der Club bereits zum zweiten Mal als bester Club in NRW abgeschnitten und unter 750 Clubs in Deutschland als Drittbester“, betont Ohnhaus nicht ohne Stolz. Aktuell spielen 80 Jugendliche in organisierten Teams, trainieren mehrmals in der Woche. Die „Golfschule Hofer“ von Head-Pro Christian Hofer mit insgesamt vier Pros kümmert sich um das Training der Selbecker Golfer.

Internationales Niveau

Internationales Niveau zeigt der Club an diesem Pfingst-Wochenende mit Ausrichtung der Internationalen Amateurmeisterschaft der Damen 2015, IAM, in Deutschland. „90 Spieler aus dem europäischen Ausland werden gegen 30 deutsche Spielerinnen antreten“, freut sich Ohnhaus, seit seinem elften Lebensjahr begeisterter Golf-Spieler. Mit der „9 Loch Par 3“-Anlage ergänzend zur weitläufigen 18 Loch-Anlage hat der Verein auf diejenigen seiner 900 Mitglieder reagiert, die weniger Zeit zum Spielen haben. „Das ist ein 1000 Meter-Kurzplatz, der in kurzer Zeit gespielt werden kann“, so Ohnhaus. Für die 6000 Meter der 18 Loch-Anlage benötige ein Spieler schon rund fünf Stunden. So viel Zeit könnten sich vor allem Berufstätige nicht immer nehmen. 17 aktive Mannschaften spielen für den Verein mit dem ganzjährig bespielbaren Platz, erklärt Ohnhaus. Alle Spieler seien „Eigengewächse“, eingekauft werde niemand.