Gnadenfrist für Mülheimer bei Straßenerneuerung

Bürgerversammlung zur Straßensanierung Hubertushöhe
Bürgerversammlung zur Straßensanierung Hubertushöhe
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach einer Bürgerversammlung zur Hubertushöhe steht fest: In diesem Jahr wird in Sachen Straßen-Sanierung nichts passieren.

Speldorf.. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. So könnte man das Fazit der Bürgerversammlung in Sachen Erneuerung der Hubertushöhe in Speldorf zusammenfassen. „Dieses Jahr wird es definitiv keine Sanierungsarbeiten geben und auch im nächsten Jahr rechne ich eher nicht damit“, sagte Helmut Voß vom Amt für Verkehrswesen und Tiefbau am Ende der Versammlung. Er macht aber klar: „Dass die Hubertushöhe irgendwann gemacht werden muss, da sind wir uns doch alle einig.“

Fast alle Anwohner hatten sich Freitagabend im Landhaus Sassenhof zusammengefunden, um mit Vertretern der Stadtverwaltung und Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Hüßelbeck über die geplanten Maßnahmen zu diskutieren. Denn der größte Teil von ihnen ist gegen eine Sanierung ihrer Straße. Kein Wunder. Denn von den geschätzten Kosten in Höhe von 300.000 Euro würden 80 Prozent auf die Anwohner umgelegt.

Beitragssätze anpassen

Da es sich bei der Hubertushöhe um keine Durchgangsstraße handelt, sieht der Gesetzgeber es so vor. Zunächst war nur von 60 bis 70 Prozent die Rede, aber durch das Haushaltssicherungskonzept ist die Stadt gezwungen, in den nächsten Jahren die Beitragssätze anzupassen. Berechnet würden die Kosten für jeden einzelnen Anwohner nach Grundstücksgröße und baulicher Nutzung. So kämen in den nächsten Jahren zwischen 2700 und 18.000 Euro pro Nase bzw. Grundstück auf die Gemeinschaft zu.

Auch wenn die Versammlung sehr sachlich und friedlich über die Bühne ging, das Unverständnis der Speldorfer war teilweise groß. „Ich kenne in Speldorf Straßen, die es weit nötiger hätten, saniert zu werden“, ist Christian Lunscken der Meinung. „Uns drängt sich daher ein bisschen der Eindruck auf, dass die Stadt ihre Kasse aufbessern möchte und wir Anwohner dafür geschröpft werden.“

Diskussion über betroffene Straßen

Dass es im Mülheimer Stadtgebiet tatsächlich Straßen gibt, die eine Erneuerung nötiger hätten, als die Hubertushöhe, dem mussten auch die Vertreter der Stadt zustimmen. Jedoch gäbe es Kriterien, die einen Aufschub einer Sanierung rechtfertigten. „Es heißt ja nicht, dass andere Straßen nicht gemacht werden“, so Voß. „Aber wenn in näherer Zukunft zum Beispiel Kanalarbeiten anstehen, macht es wenig Sinn, die Kosten einer Sanierung da reinzustecken, wenn die Straße kurze Zeit später wieder aufgerissen wird.“ Auch würden teilweise Straßen in einem besseren Zustand sogar vorgezogen, um vorsorglich höhere Kosten, auch zu Lasten des Steuerzahlers, zu vermeiden.

Dass bei den Probebohrungen auch noch herauskam, dass ein Teil der Abwasserleitungen im Gebiet der Hubertushöhe schadhaft und marode sind, mache laut Helmut Voß ein Handeln sowieso unabdingbar. Auch die Probebohrungen hätten ergeben, dass sowohl die Tragfähigkeit und auch die Frostschutzschicht der Hubertushöhe im absolut roten, also mangelhaften Bereich lägen. Dies wäre bei einer Straße, die seit nunmehr 60 Jahren nicht mehr erneuert worden ist, auch kein Wunder.

Mit dem Versprechen, die Anwohner jederzeit über neue Entwicklungen zu informieren und auch in Entscheidungen bezüglich der konkreten Maßnahmen mit einzubeziehen, ging man letztendlich auseinander. Das letzte Wort dürfte in dieser Sache auf beiden Seiten jedoch noch nicht gesprochen worden sein.