Gleich reihenweise Konflikte

Drei Ereignisse überschatten diese Woche: Der Bahnstreik nervt nicht nur Pendler, er schadet auch der hiesigen Wirtschaft. Der angekündigte Stellenabbau bei Siemens übertrifft schlimmste Befürchtungen. Und schließlich geraten über 2000 Eltern durch den Streik der Erzieherinnen in Konflikte: Eigene berufliche Verpflichtungen und die Betreuung der Kinder werden auf unbestimmte Zeit zu einer Belastung für die ganze Familie.
Der Unmut der Eltern ist zu verstehen, doch die Wut sollte nicht die örtliche Stadtverwaltung treffen. Die ist nur ein winziges Rädchen im Kommunalen Arbeitgeberverbund, und die Oberbürgermeisterin leistet hier ihren Beitrag, indem sie auf eine schnelle Einigung pocht. Wenn das alle Stadtspitzen tun, kann es was bewirken. Die Einigung kann nur Aufwertung lauten. Wie immer bei Tarifstreitigkeiten wird am Ende ein Zugehen aufeinander stehen. Dazu braucht man jedoch nicht Wochen. Im Rathaus hat man es zumindest geschafft, ein Notprogramm aufzustellen – in Streikzeiten ist das nicht selbstverständlich. Und Notprogramme bedeuten halt auch immer, dass Abstriche leider unvermeidlich sind.


Ein Aufreger dürfte wieder mal der Denkmalschutz werden. Die VHS hat den Stempel ,denkmalwürdig’ erhalten. Während die einen jubeln, fassen sich andere nur noch an den Kopf. Denkmalschutz für 70er Jahre-Bauten – das ist Neuland für unser Empfinden von Ästhetik. Was die VHS angeht, dürfte es genauso viele Gründe für den Erhalt wie für eine Aufgabe geben. Fest steht: Denkmäler müssen auch von der öffentlichen Hand zu finanzieren sein. Angesichts der Finanzkrise hat die Stadt zum Glück klare Prioritäten gesetzt. Allgemeinbildende Schulen haben Vorrang – und das ist gut so.