Gewerkschaft Verdi vermisst Wertschätzung der Arbeit

Einen kritischen Blick auf die Wertschätzung pflegerischer Arbeit hat die Gewerkschaft Verdi. So meint etwa Birgit Wrobel, Vorsitzende des Fachbereichs Gesundheits- und Sozialwesen im Bezirk Mülheim-Oberhausen: „Die meisten Mitarbeiter würden sicher sagen, dass im Alltag zu wenig Anerkennung kommt. Andere schöpfen ihre Kraft aus Kleinigkeiten; ihnen ist ein Lächeln von Bewohnern mehr wert als 50 Euro extra im Monat.“ Die Pflegekräfte seien oft „sehr leidensfähig“ und hätten ihren Beruf nicht umsonst gewählt.

Auch Björn Jadzinski, zuständiger Verdi-Sekretär für den Gesundheitsbereich, sieht es differenziert: „Es gibt sehr viel Dankbarkeit von Patienten und Bewohnern. Aber bei Arbeitgebern, in der Gesellschaft und vielfach auch bei Angehörigen ist es mit der Dankbarkeit oft nicht weit her.“ Dies gelte vor allem in der Altenpflege, die gegenüber der Krankenpflege noch schlechter bezahlt werde.

Im Juni 2012 hatte der Verdi-Landesbezirk die Unternehmensleitungen zu einem „Tag der Wertschätzung“ im Gesundheits- und Sozialwesen aufgerufen. Eine bislang einmalige Aktion, die Björn Jadzinski in guter Erinnerung hat. doch mit Grillfesten für die Mitarbeiter oder Ähnlichem sei es nicht getan: „Die Arbeitgeber müssen die geleistete Arbeit sehen und auch schauen, wie viele Leute gebraucht werden, um die Arbeit überhaupt zu schaffen.“