Geschichte zum Anfassen

Zum wiederholten Mal beteiligten sich Mülheimer Museen am 38. Internationalen Tag des Museums. Zu besonderen Aktionen luden unter anderem die Camera Obscura mit dem Museum zur Vorgeschichte des Films sowie das Historische Museum im Schloß Broich am gestrigen Sonntag in ihre Räume ein.

Bei freiem Eintritt kamen zahlreiche Besucher am Sonntag in die Camera Obscura in der Müga. In stündlichem Abstand wurden dort den ganzen Tag lang 14-minütige Vorführungen angeboten, dazu durften Kinder Bilder malen und die Erwachsenen im Museumscafé ein Pläuschchen halten. Das diesjährige Motto „Museum. Gesellschaft. Zukunft“ sollte darauf aufmerksam machen, dass Museen Orte der Zukunft sind.

Echte Ritter konnten die Kinder im Historischen Museum bestaunen. „Jörg von Huttrop“ und sein Gefolge erschienen in voller Montur und erklärten den Kleinen, wie man Waffen und Rüstung gebraucht. Die Kinder lernten zudem, wie die Menschen im Mittelalter Mehl mahlten und welche Funde die Archäologen im historischen Gemäuer fanden.

Mitglieder des Geschichtsvereins machten die Geschichte des Schlosses anhand von Bildern, Modellen, Urkunden und Funden anschaulich und erinnerten an den Besuch der Prinzessin Luise, die spätere Königin von Preußen. Bei dem Museumstag ging es aber nicht nur um die Vergangenheit. Die Historiker wagten auch den Blick in die Zukunft und informierten die Besucher über die laufenden Sanierungsmaßnahmen. Ausgerechnet am 17. Mai vor 50 Jahren wurde der erste Spatenstich zur Ausgrabung der Burg Broich gesetzt. „Die gemachten Entdeckungen führten dazu, dass die gesamte Schlossanlage nicht abgerissen, sondern als Denkmal-Juwel erhalten und als ,gute Stube’ Mülheims hergerichtet wurde“, erklärte Heinz Hartling vom Geschichtsverein.