Gerade junge Leute trifft es

Stadtmitte..  Jährlich erkranken etwa fünf von 100 000 Menschen an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) wie der Colitis ulcerosa oder dem Morbus Crohn. Die meisten Neuerkrankten sind nicht mal 30 Jahre alt. Von Symptomen, Diagnosen und individuellen Therapiekonzepten berichtet am Mittwoch, 20. Mai, im Ev. Krankenhaus, Wertgasse 30, der Chefarzt der Medizinischen Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie, PD Dr. med. Philip Hilgard. Der kostenfreie Infotreff im Konferenzsaal im 10. Stock beginnt um 18 Uhr.

In der Ankündigung heißt es: Was mit Appetitverlust, Müdigkeit, gelegentlichem Fieber und Stuhlunregelmäßigkeiten beginnt, kann Anzeichen der Erkrankung sein. Besonders tückisch: Bei mehr als 40 Prozent verlaufe die Krankheit längerfristig ohne wesentliche Symptome.

Man unterscheide zwei Formen der CED: Morbus Crohn kann den gesamten Magen-Darm-Trakt von der Mundhöhle bis zum After befallen. Die Colitis ulcerosa bleibt meist auf den Dickdarm beschränkt. Die Ursachen sind nicht eindeutig geklärt. In jedem Fall spielen unterschiedliche Darmbakterien eine Rolle, heißt es in der Mitteilung. Während der gesunde Darm sich durch eine schützende Schleimschicht und andere körpereigene Abwehrmechanismen gegen diese wehre, funktioniere der Schutzwall bei Betroffenen nicht mehr. Die Bakterien führten zu Entzündungen im Verdauungstrakt, könnten aber auch Blutarmut, Gelenkschwellungen oder entzündliche Veränderungen der Leber, der Galle und des Auges bewirken. Bei Colitis ulcerosa ist der Darmdurchbruch besonders gefürchtet. Unangenehme Komplikationen des Morbus Crohn sind die Ausbildung von Abszessen und Fisteln.

„Manche Patienten haben bereits einen langen Leidensweg hinter sich, bevor sie zu mir kommen“, so Hilgard. „In jedem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn die oben beschriebenen Symptome auftreten.“ Individuelle Behandlungsstrategien versprechen Erleichterung – eine endgültige Heilung aber sei noch nicht möglich.