Generationswechsel in der Tierarztpraxis an der Kaiserstraße

Tierärztin Wilma Schumann-Jäger (l.) führte ihre Praxis an der Kaiserstraße rund 37 Jahre lang. Jetzt übergibt sie an Jennifer Hochgesang.
Tierärztin Wilma Schumann-Jäger (l.) führte ihre Praxis an der Kaiserstraße rund 37 Jahre lang. Jetzt übergibt sie an Jennifer Hochgesang.
Foto: Oliver Müller
Die Tierärztin Wilma Schumann-Jäger übergibt ihre Praxis an der Kaiserstraße nach rund 37 Jahren an ihre Kollegin Jennifer Hochgesang.

Stadtmitte/Holthausen.. Die eine zählt an Praxisjahren in etwa genau soviel wie die andere an Lebensjahren – doch die beiden Frauen verbindet die gleiche Leidenschaft: Tierliebe. Ende des Monats wird die Tierärztin Wilma Schumann-Jäger ihre Praxis an der Kaiserstraße nach rund 37 Jahren an ihre Kollegin Jennifer Hochgesang übergeben.

Kein leichter Schritt für die 67-jährige Schumann-Jäger: „Mein Herz hängt an der Praxis. Manche Familien kenne ich seit Generationen – die kamen schon mit den Meerschweinchen ihrer Kinder zu uns. Heute kommen die längst erwachsenen Kinder mit ihren Hunden oder Katzen.“

Tierarztpraxis bereits im Jahr 1947 gegründet

Die Tierliebe war Wilma Schumann-Jäger in die Wiege gelegt worden. Ihr Vater hatte die Tierarztpraxis bereits im Jahr 1947 gegründet. „Damals wurden noch überwiegend Großtiere behandelt – und zwischendurch mal ein Hund“, erinnert sich die Tierärztin. Mit den Jahren habe sich das verschoben – Höfe und Mastbetriebe wurden weniger in Mülheim, stattdessen hielten immer mehr Menschen Haustiere.

„Als ich die Praxis 1978 übernahm, waren die meisten Patienten Hunde. Heute sind es in etwa zu gleichen Teilen Hunde und Katzen.“ Für welche der beiden Tierarten ihr Herz stärker schlägt, kann die Tierärztin gar nicht sagen – ihr Zuhause teilt sie sowohl mit Hund als auch mit Katze.

Auch für die Besitzer da sein

Genauso wie ihre Nachfolgerin Jennifer Hochgesang. Für die 36 Jahre alte Selbeckerin, die nach Studium in Hannover und fünf Jahren an der Internistischen Uniklinik für Kleintiere in München nach Mülheim zurückgekommen ist, geht mit der Praxisübernahme ein Traum in Erfüllung: „Ich kenne diese Praxis seit meiner Jugend. Schon meine Großeltern und dann meine Eltern haben ihre Tiere hier behandeln lassen.“ Den Kontakt zu Wilma Schumann-Jäger habe sie über all die Jahre gehalten, erzählt Jennifer Hochgesang und sagt: „Ihr Stil, die Praxis zu führen, hat meine Berufswahl mit beeinflusst.“

Über Praktika und Urlaubsvertretungen erhielt die gebürtige Essenerin, die in Mülheim aufgewachsen ist, erste Einblicke und wusste bald: Wenn es eine eigene Praxis sein sollte, dann eine wie diese. „Dass ich mit Kleintieren arbeiten wollte, stand schon früh fest“, so Jennifer Hochgesang.

Heute behandelt sie neben Hunden und Katzen ebenso Kaninchen und Meerschweinchen, und auch schon mal ein Frettchen oder ein Mini-Schwein. Ganz gleich welcher Vierbeiner ihr Patient sei, über allem stehe immer die Frage: „Was ist das Richtige für das Tier. Und für den Halter.“ Auch das haben die beiden Frauen gemeinsam: Sie wollen nicht nur die Tiere auf dem Weg zur Gesundheit begleiten, sondern auch für die Besitzer da sein.

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