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Gemischte Klassen waren „fast unerhört“

26.05.2012 | 09:00 Uhr
Gemischte Klassen waren „fast unerhört“
16 Ehemalige trafen sich im Elternhaus von Andrea Kleinschmidt (ganz re.), darunter auch Dr. Norbert Spitz (4.v.li.). Er reiste aus Bangkok an, wo er das Goethe-Institut leitet.

Mülheim.  16 Männer und Frauen „in den besten Jahren“, wie sie selber sagen, kamen neulich in einem Privathaus in Mülheim zusammen. Na und? Sie haben auf ihre Art Schulgeschichte geschrieben: Vor 40 Jahren gehörten sie zum ersten Abiturjahrgang des Gymnasiums Broich: dem ersten in NRW, an dem Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet wurden.

16 Männer und Frauen „in den besten Jahren“, wie sie selber sagen, kamen neulich in einem Privathaus in Mülheim zusammen. Na und? Sie haben auf ihre Art Schulgeschichte geschrieben: Vor 40 Jahren gehörten sie zum ersten Abiturjahrgang des Gymnasiums Broich : dem ersten in NRW, an dem Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet wurden.

Bis dato gab es nach Geschlechtern getrennte Gymnasien, doch Stadtrat und Eltern in Mülheim wünschten es anders. Als Koedukationsschule startete das neu gegründete Gymnasium Broich 1965. „Das war fast unerhört“, erinnert sich Dr. Norbert Spitz, damals Schüler, heute Leiter des Goethe-Institutes in Thailand. In einem Kommentar zum Schulordnungsgesetz fand man seinerzeit noch die Ansicht, dass „die frühzeitige, fortwährende Auseinandersetzung mit dem anderen Geschlecht in der Schule die Ausbildung der Eigenart des Kindes hemmt, ja sogar schädigt“.

Großes Aufsehen um gemischte Klassen

In Broich begann man daher vorsichtig: Im ersten Jahr wurden Jungen und Mädchen nur im selben Gebäude, nicht in einer Klasse unterrichtet. Erst 1966 rang sich der damalige Kultusminister Mikat zur Genehmigung gemischter Klassen durch. „Damals wurde großes Aufsehen darum gemacht“, erinnert sich die ehemalige Schülerin Andrea Kleinschmidt. Dabei kannten sie es als zehnjährige Kinder gar nicht anders: „In der Grundschule war es ganz normal, dass Mädels und Buben gemeinsam lernten“, meint die 58-Jährige, die mittlerweile als Virologin in München lebt.

Zum Treffen in ihrem Broicher Elternhaus kamen nun 16 der 31 Schüler(innen), die 1972 ihre Reifeprüfung ablegten. Die weiteste Anreise, per Flieger aus Bangkok, unternahm Norbert Spitz. Zuletzt gesehen hatte man sich zum 25-jährigen Abi-Jubiläum. Künftig wollen sie in kürzeren Intervallen zusammenkommen, meint Andrea Kleinschmidt, „man wird ja nicht älter und gesünder“.

Annette Lehmann



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