Gelungenes Jubiläumskonzert im Kloster Saarn

Händels Messias stand beim 25. Dreikönigskonzert in Saarn auf dem Programm
Händels Messias stand beim 25. Dreikönigskonzert in Saarn auf dem Programm
Foto: FUNKE Foto Services
Schon die Ankündigung machte gespannt: Ein Jugendchor sollte Händels Messias gewachsen sein? Und wie er es war! Das 25. Dreikönigskonzert begeisterte.

Mülheim.. Beim 25. Saarner Dreikönigskonzert bot Werner Schepp mit dem Jugendchor der Singschule Himmelfahrt, dem Orchester „Harmonie Universelle“ und den Solisten Dorothee Wohlgemuth (Sopran), Cornelia Orendi (Alt), Christoph Scheben (Tenor) und Gregor Finke (Bass) ganz der Jahreszeit gemäß als Hauptwerk den ersten Teil des „Messias“ von Händel.

Schon die Ankündigung machte gespannt: Den enormen Anforderungen, die der sächsische Großmeister der italienischen Oper mit seinen Koloraturen an den Chor stellt, sollte ein Jugendchor gewachsen sein? Und wie er es war! Beispielhaft etwa der Chor „Denn es ist uns ein Kind geboren“: Der strahlende Klang, die rhythmische Präzision und Ausdruckskraft, mit der das in Klang umgesetzt wurde, stellen der im frühen Kindesalter beginnenden, systematischen Chorarbeit Schepps ein glänzendes Zeugnis aus. Ganz wichtig dabei: Die spürbare Freude und Begeisterung der Sänger selbst.

Die Durchsichtigkeit des Klangbildes

Christoph Scheben und Gregor Finke gaben der Verkündigung des Kommens Jesu den gehörigen prophetischen Nachdruck, während Cornelia Orendi eher nachdenkliche, aber auch dramatische Ausdruckswerte („denn er ist wie eines Läuterers Feuer“) zu verbinden wusste. Die dankenswerterweise kurzfristig für die erkrankte Maria Schlier eingesprungene Dorothee Wohlgemuth verlieh mit strahlendem Sopran der Freude über Jesu Geburt Ausdruck.

Der instrumentale Part lag in den Händen der „Harmonie Universelle“ unter der Leitung von Florian Deuter, die sich seit Jahren der Pflege Alter Musik verschrieben hat. Charakteristisch die Durchsichtigkeit des Klangbildes und eine pointierte, quasi „redende“ Artikulation, dazu eine für nur zehn Ausführende überraschende Klangfülle, mit der zu Beginn die erste Orchestersuite von Bach realisiert wurde. Im Vergleich zu einem großen Orchesterapparat bewies die Formation im „Messias“ eine größere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an das Vokale.