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Stadtentwicklung

Geldmangel bremst Blütenpracht

25.02.2016 | 09:00 Uhr
Geldmangel bremst Blütenpracht
Am Wohnpark Witthausbusch wurde bereits ein Versuch mit einer Wildbepflanzung gestartet. Die Krokusse sind hier die Vorboten des FrühlingsFoto: Oliver Müller

Mülheim.  Die Leitbildgruppe für Wildpflanzen hat dem Umweltausschuss 59 Vorschläge zur Begrünung von Verkehrsinseln und Straßenrändern vorgelegt.

Sechs Bürger haben sich während des Leitbildprozesses über Wildpflanzen im Straßenbegleitgrün Gedanken gemacht und überlegt, wie die Bepflanzung in ihrer Stadt bunter werden könnte. Herausgekommen sind 59 Vorschläge, die sie dem Umweltausschuss präsentiert haben. Die Rückmeldung darauf war positiv. Welche der Maßnahmen umgesetzt werden, liegt jedoch an der Finanzierbarkeit.

Bei der Neugestaltung der Kreuzung Tourainer Ring/Friedrich-Ebert-Straße wurden auch die Grünflächen neu angelegt. 101.000 Euro hat das gekostet. Die Verwaltung entschied sich damals für eine Baumbepflanzung auf einer Rasenfläche. Die freiwillige Leistung einer Wildbepflanzung wurde aus Kostengründen gestrichen. Dieses nun mit einem kreisförmigen Einsetzen von weißen Narzissen auf einer Fläche von 908 m² nachzuholen, ist einer der Vorschläge, die das Leitbild für nach drei Jahren Arbeit präsentiert hat.

Wildkräuter aus dem Stadtbild verschwunden

Sylvia Waage, Leiterin des Amtes für Grünflächenmanagement und Friedhofswesen, ist gemeinsam mit Henrike Donner von der Volkshochschule Patin des Leitbilds und hält ein Plädoyer für die Wildbepflanzung: „Viele Wildkräuter sind nicht nur aus optischen Gründen, sondern auch aus ökologischer Sicht enorm wichtig. Die Blattbeschaffenheit sorgt dafür, dass die Pflanzen Abgase aufnehmen und so ihren Teil zum Emissionsschutz leisten.“ Trotzdem sind die Wildkräuter aus dem Stadtbild weitestgehend verschwunden. Kostengründe seien dafür ausschlaggebend, sagt Waage.

Eine Rasenfläche anzulegen, kostet pro 100 m² 1100 Euro. Die Unterhaltung dieser beläuft sich jährlich auf 100 Euro. Im Vergleich dazu schlägt eine Staudenbepflanzung mit jährlichen Unterhaltungskosten von 700 bis 2400 Euro zu Buche. Die Anpflanzung ist ebenfalls deutlich teurer. „Der Effekt ist aber auch ein anderer“, sagt Waage und verweist auf den schönen Anblick im Frühling. Neben der Bepflanzung am Tourainer Ring steht auch der Dickswall im Bereich Kämpchen- und Von-Bock-Straße auf der Vorschlagsliste der Leitbildgruppe. Dort ist eine Staudenmischpflanzung angedacht. Dies könnte idealerweise im Anschluss an die Rumbach-Sanierung durchgeführt werden. „Für eine Staudenbepflanzung muss der Boden mager aufbereitet werden. Das extra für die Bepflanzung zu machen, wäre zu teuer. Deshalb müssen wir schauen, ob wir im Rahmen von Bauarbeiten hier und da tätig werden können“, erklärt Sylvia Waage.

Ähnlich bepflanzt wurden versuchsweise schon der Kreisverkehr Friedhofstraße/Heerstraße und Flächen des Wohnparks Witthausbusch.

Martin Schroers

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Geldmangel bremst Blütenpracht
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2016-02-25 09:00
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