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Kreative Klasse

„Geile Meile“ soll Mülheim aufpeppen

27.09.2010 | 12:10 Uhr
„Geile Meile“ soll Mülheim aufpeppen
I

Mülheim.Der Designer Herrmann Rokitta hat Ideen entwickelt, wie die Stadt Mülheim interessanter werden kann. Angefangen bei den ausrangierten Waggons der „Geilen Meile“ bis hin zu einem Restaurant, das in einem Labyrinth versteckt ist.

Unter dem Titel „Where the fuck is Mülheim“ hat der Designer Herrmann Rokitta Hermann verschiedene Ideen vorgestellt, wie Mülheim interessanter werden kann. Rokitta selber sagte: „Fast wäre die Utopie zur Utopie geworden“ – eine Woche hatte er krank darniedergelegen und die Präsentation, die die neugierigen Zuschauer an der Schloßstraße 11 erwartete, war erst eine halbe Stunde zuvor fertig geworden. Das tat der Veranstaltung jedoch nicht im Geringsten einen Abbruch: Rokitta versetzte das zahlreich erschienene Publikum, das – entsprechend dem Überthema „Kreative Klasse“ – auf Schulbänken Platz nahm, in Erstaunen, Begeisterung und brachte es des Öfteren auch zum Schmunzeln.

Wilde Ideen waren es, die der Designer per Computer an die Wand warf und äußerst unterhaltsam erklärte, aber mit einigen Einschränkungen wären viele davon durchaus realisierbar. Rokitta geht es darum, „dass man über Mülheim spricht und sagt: Mann, ist das geil da! Und zwar nicht nur, weil man da einen tollen Arbeitsplatz hat.“

Der provozierende Titel „Where the Fuck is Mülheim“ hat einen völlig realen Hintergrund. Rokitta hatte diese Frage so auf einer Hamburger Szeneparty gestellt bekommen.

Seine Pläne stellte er unter das Motto „Wild und wirklich“. Keine der geplanten Attraktionen solle viel kosten, er wolle „Recycling-Architektur“ verwenden. Hier einige Ideen Rokittas:

Geile Meile

Mülheim verfügt über eine alte Güterbahnlinie und die soll für ein ganz besonderes Projekt genutzt werden: Quer durch die Stadt sollen hier ausrangierte ICE-Waggons, bunt besprüht von jungen Künstlern, aufgestellt werden und so einen ganzen Kilometer „an funktionierendem Raum“ schaffen. In den 30 Waggons können dann Geschäftslokale aller Art beherbergt werden: Edler Rauchersalon, Szenefriseur, vegetarisches Restaurant – oder auch „Pauls Fetisch-Bar, um ein bisschen Erotik nach Mülheim zu bringen“.

Wagon Souks

Abgeschaut von den Marokkanern, die das traditionelle Handwerk fördern, indem sie kostenlos Werkstätten zur Verfügung stellen, sollen wieder einmal Bahnwaggons auch in Mülheim altem Handwerk neuen Raum bieten: Ein Kreis aus alten Güterwaggons, aufgestellt in der Nähe des „Ruhrpotts“ (einer Disco in einem alten Binnenschiff) soll zum Bummeln, Zusehen und Kaufen von traditionell hergestellten Waren animieren. Der Raum soll Handwerkern sehr günstig zur Verfügung gestellt werden.

Kreativ-Kultur-Preis

In Form eines silbernen Ruhrverlaufs soll dieser Preis an Menschen gehen, die wirklich etwas Ungewöhnliches entwickelt haben. „Kein blöder Designpreis“ soll es werden. Als möglichen Preisträger entwarf Rokitta den Erfinder einer „Kriminalbakterie“, die zukünftig beim Ertappen von Taschendieben helfen könnte, oder die Brauer des „Mölmsch“-Bieres, die aber ihr Sortiment noch um einen kohlehaltigen Schnaps erweitern sollten. Rokitta hatte einen Prototyp bereits selbst gemischt und das Publikum „durfte“ kosten... Zumindest diesen Plan sollte man noch einmal überdenken.

Such Ess

Ein Fünf-Sterne-Restaurant auf einem großen Platz soll es bald geben. Aber nur das wäre ja zu langweilig: Wer edel essen will, muss sich das erst verdienen – ein Labyrinth aus 2,25m hohen Hecken erschwert den Weg zum Abendessen. „Auf jeden Fall spricht sich das rum – gerade wenn man nicht angekommen ist“, so der Kreative schmunzelnd. Ab 18 Uhr solle der Weg dann ausgeleuchtet werden, aber für die Spätkommer werde das Essen teurer.

All die Kritiker, die in den vergangenen Tagen auf Rokittas Veranstaltung so ungnädig reagiert hatten, waren übrigens nicht erschienen, um sich selbst ein Bild von den Ideen des Designers zu machen: Als Hermann Rokitta schließlich seine Präsentation beendete, ging ein enttäuschtes „Oooh!“ durch das Publikum.

Mülheim verfügt über eine alte Güterbahnlinie und die soll für ein ganz besonderes Projekt genutzt werden: Quer durch die Stadt sollen hier ausrangierte ICE-Waggons, bunt besprüht von jungen Künstlern, aufgestellt werden und so einen ganzen Kilometer „an funktionierendem Raum“ schaffen. In den 30 Waggons können dann Geschäftslokale aller Art beherbergt werden: Edler Rauchersalon, Szenefriseur, vegetarisches Restaurant – oder auch „Pauls Fetisch-Bar, um ein bisschen Erotik nach Mülheim zu bringen“.

Abgeschaut von den Marokkanern, die das traditionelle Handwerk fördern, indem sie kostenlos Werkstätten zur Verfügung stellen, sollen wieder einmal Bahnwaggons auch in Mülheim altem Handwerk neuen Raum bieten: Ein Kreis aus alten Güterwaggons, aufgestellt in der Nähe des „Ruhrpotts“ (einer Disco in einem alten Binnenschiff) soll zum Bummeln, Zusehen und Kaufen von traditionell hergestellten Waren animieren. Der Raum soll Handwerkern sehr günstig zur Verfügung gestellt werden.

In Form eines silbernen Ruhrverlaufs soll dieser Preis an Menschen gehen, die wirklich etwas Ungewöhnliches entwickelt haben. „Kein blöder Designpreis“ soll es werden. Als möglichen Preisträger entwarf Rokitta den Erfinder einer „Kriminalbakterie“, die zukünftig beim Ertappen von Taschendieben helfen könnte, oder die Brauer des „Mölmsch“-Bieres, die aber ihr Sortiment noch um einen kohlehaltigen Schnaps erweitern sollten. Rokitta hatte einen Prototyp bereits selbst gemischt und das Publikum „durfte“ kosten . . . Zumindest diesen Plan sollte man noch einmal überdenken.

Ein Fünf-Sterne-Restaurant auf einem großen Platz soll es bald geben. Aber nur das wäre ja zu langweilig: Wer edel essen will, muss sich das erst verdienen – ein Labyrinth aus 2,25m hohen Hecken erschwert den Weg zum Abendessen. „Auf jeden Fall spricht sich das rum – gerade wenn man nicht angekommen ist“, so der Kreative schmunzelnd. Ab 18 Uhr solle der Weg dann ausgeleuchtet werden, aber für die Spätkommer werde das Essen teurer.

All die Kritiker, die in den vergangenen Tagen auf Rokittas Veranstaltung so ungnädig reagiert hatten, waren übrigens nicht erschienen, um sich selbst ein Bild von den Ideen des Designers zu machen: Als Hermann Rokitta schließlich seine Präsentation beendete, ging ein enttäuschtes „Oooh!“ durch das Publikum.

Wiebke Tomescheit

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Kommentare
28.09.2010
20:38
„Geile Meile“ soll Mülheim aufpeppen
von CaptainWillard | #23

Es gibt keine ausrangierten ICE-Waggons.

Schöne Grüße aus Uerdingen - WIR wissen, wovon wir labern

28.09.2010
13:46
„Geile Meile“ soll Mülheim aufpeppen
von Thomas Wohlzufrieden | #22

Soll er doch am stillgelegten Flughafen ein zweites Lummerland bauen, und seine buntbemalten ICE- Waggons darum herum fahren lassen. Geht es noch?

28.09.2010
11:10
„Geile Meile“ soll Mülheim aufpeppen
von bammel | #21

seit ihr noch alle da ?

27.09.2010
20:58
„Geile Meile“ soll Mülheim aufpeppen
von Mülheimer Größenwahn | #20

Zu #19 - r.kant
Huch - jetzt ist r.kant auch hier in Mülheim gelandet ! O-Gott verschone uns vor diesem Typen !!! Trotzdem wage ich r.kant zu widersprechen: Wenn die Menschen kein Geld mehr in der Tasche haben, weil diese überschuldete Stadt Mülheim durch Gebühren- und Abgabenerhöhungen und andere Schweinereien den Menschen hier das letzte Geld aus der Tasche zieht, dann haben Restaurants und Geschäfte insbesondere im Bereich der alten Eisenbahnbrücke kaum eine Chance ! Allerdingas frage ich mich verwundert, warum sich r.kant plötzlich Gedanken über Geschäfte macht - sehr merkwürdig ! Hat ihm einer einen geblasen oder steht er immer noch in der FDP-Ecke ?

27.09.2010
20:43
„Geile Meile“ soll Mülheim aufpeppen
von r.kant | #19

Ich halte Mülheim grundsätzlich für eine tolle und lebenswerte Stadt. Aber bevor man anfängt sich mit irgendwelchen neuen Projekten zu beschäftigen, sollte man erst einmal dafür sorgen, dass die Innenstadt wieder attraktiv wird.

Derzeitig ist die Mülheimer Innenstadt völlig uninteressant. Die verkorkste Verkehrsführung, mangelnde fußläufige Parkplätze, leerstehende Geschäfte und unvermietete Geschäfte und das leerstehende Kaufhof-Gebäude machen die Innenstadt nicht wirklich interessant.

Obwohl, die Idee die Eisenbahn-Brücke über die Ruhr zu sanieren und dann dort einige Bahnwaggons aufzustellen und Restaurants und Geschäfte einzuquartieren finde ich gut. Bei dieser Gelegenheit könnte man auch darüber nachdenken die Bögen unterhalb der Brücke für einen Markt oder Geschäfte zu nutzen.

Aber dazu müsste man ja in der Mülheimer Verwaltung kreativ werden.......

27.09.2010
20:11
Mülheim muss sexy werden!
von Mülheimer Expertenprofite | #18

...wer stoppt endlich diese sog. Experten die unsere Haushaltskasse seit Jahren mit immer mehr fragwürdigen und beschweuerten Gutachten zur Rettung unserer Innenstadt plündern. Am Ende kommt nur das heraus, was wir jeden Tag in der Schloßstrasse bewundern könnern. Eine bereits tote Stadt die täglich immer töter wird !!! Lassst endlich die Menschen mit entscheiden, was sie unter einer lebens- und liebenswerten Stadt verstehen.

27.09.2010
14:24
Mülheim muss sexy werden!
von ssaansche | #17

Auf dass ein Gast hier gern verweile
und fix zur geilen Meile eile!

Husefack Rokitta

27.09.2010
14:19
Mülheim muss sexy werden!
von ssaansche | #16

Auf dass ein Gast hier gern verweile
und fix zur geilen Meile eile!

Husefack Rokitta

27.09.2010
14:02
Mülheim muss sexy werden!
von Jerry Doemges | #15

Wo finde ich meinen Beitrag von heute mittag???

27.09.2010
13:35
Mülheim muss sexy werden!
von Elfentraum | #14

Die Linienstraße in Dortmund ist im Vergleich zur neuen Infraordnung ein zur Erleuchtung führender Jakobsweg.
Aber eines passt: Auch m Hintergrund eines Bordellbetriebs sitzen die eigentlichen Macher - nicht immer zum Vorteil ihrer Schäfchen

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