Gegenwind für Ökoprojekt

Die geplante Windkraftanlage auf der Bodendeponie am Kolkerhofsweg bekommt aus Oberhausen von CDU und SPD kräftigen Gegenwind. Die beiden großen Parteien vertreten die Interessen der Anwohner auf der anderen Seite des Ruhrbogens im Stadtteil Alstadten, die vor allem eine Lärmbelästigung befürchten. Schon jetzt seien die Bewohner dort Lärm durch Autobahn und Bahnverkehr ausgesetzt. Eine größere Belastung sei nicht hinnehmbar. Laut Informationen des Oberhausener Umweltamtes, so die SPD in ihrer Mitteilung, verweigerten die Mülheimer Kollegen die Information, die der Dezernent Peter Vermeulen wiederholt zugesagt habe. „Das Schlimme“, so das CDU-Vorstandsmitglied Hans Tscharke, „wir können überhaupt noch nicht über Fakten reden, weil uns belastbares Datenmaterial bislang gar nicht vorliegt.“

Da geht es ihm nicht anders als dem Mülheimer Umweltamtsleiter Jürgen Zentgraf, der dieser Kritik den Wind aus den Segeln nehmen will. „Es gibt noch gar keine Fakten“, sagt er – abgesehen von den sieben Interessenbekundungen. Und außerdem handele es sich nicht um drei, wie aus Oberhausen irrtümlich berichtet, sondern lediglich um ein Windrad. Man stehe ganz am Anfang. Jetzt müssten die Interessenbekundungen ausgewertet, ein politischer Beschluss vorbereitet und dann ein Genehmigungsverfahren nach Immissionsschutzgesetz eingeleitet werden, bei dem Bürger und auch die Nachbarstadt gehört werden. „Wenn wir Unterlagen haben, würden diese auch nach Oberhausen weitergegeben“, versicherte er, so wie das in der letzten Umweltausschusssitzung versprochen worden sei.

Zentgraf geht davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte 2016 alles soweit ist, dass mit dem Bau auf der Deponie, die von der Stadt betrieben wird, begonnen werden könnte. Dort könnte noch voraussichtlich drei bis vier Jahre Material angeliefert werden.