Gefahr erkannt, Gefahr gebannt
25.09.2007 | 22:17 Uhr 2007-09-25T22:17:12+0200MEDIZIN. Mit Hilfe von acht Fragen kann man sein Diabetes-Risiko erkennen. Wird der Test früh genug durchgeführt, können schwere Folgeerkrankungen verhindert werden.
"Es ist wirklich eine Epidemie", sagt Dr. Dieter Neusüß. Der Mediziner ist Diabetologe und spricht von der Krankheit, an der nach Schätzungen von Experten zwischen fünf und sechs Millionen Menschen in Deutschland erkrankt sind: Diabetes. Rund 90 Prozent der Zuckerkranken leiden an dem sogenannten Typ 2, der früher Altersdiabetes genannt wurde. Ein Name, der in die Irre führt, denn auch viele Kinder sind von dieser Form der Krankheit betroffen. "Man sollte besser von Wohlstandsdiabetes sprechen. Zu wenig körperliche Bewegung und ungesunde Ernährung sind nämlich hier zwei wesentliche Faktoren", meint Neusüß.
Viele Menschen leiden jahrelang an Diabetes, ohne es zu merken. Erst wenn die Folgeerkrankungen Symptome zeigen, werden sie aufmerksam. Doch dann ist es oft zu spät. "Wird die Zuckererkrankung aber früh genug bemerkt, kann der Patient so eingestellt werden, dass er damit gut leben kann", betont Neusüß. "Experten haben einen Test entwickelt, mit dessen Hilfe man innerhalb von fünf Minuten feststellen kann, wie groß das Risko ist, an Diabetes zu erkranken", berichtet der Mediziner. Nur acht Fragen werden dem Patienten gestellt. Zum Beispiel zu seinem Essverhalten und seinen körperlichen Aktivitäten (siehe Kasten).
Dass so ein Test nötig ist, zeigt der Blick auf die Statistik: Insgesamt erleiden 9,1 Prozent der Diabetiker einen Herzinfarkt. Damit liegt das Infarktrisiko bei Diabetikern etwa viermal so hoch wie bei Nicht-Diabetikern. Bei zuckerkranken Frauen erhöht es sich sogar um den Faktor 5,9. Aber auch andere Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Augenprobleme oder Nervenschäden plagen die Diabetiker. 2005 sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt 24 342 Menschen in Deutschland an Diabetes gestorben.
Der Test soll dabei helfen, diese Zahlen zu senken. Durch die Testfragen bekommt der Arzt einen Eindruck von den Lebensgewohnheiten des Patienten. Und hier muss er auch ansetzen "Ein Diabetiker muss sein Verhalten ändern. Dabei ist es wichtig. dass er von seinem Arzt unterstützt wird. Ich führe deswegen in meiner Praxis regelmäßig Schulungen durch, in denen die Patienten lernen, mit ihrer Krankheit umzugehen."
Am Samstag, 13. Oktober, stellt Dr. Dieter Neusüß im Rahmen eines Tags der Offenen Tür in seiner Praxis auf der Kaiserstraße 31 ab 10 Uhr den neuen Test vor. Außerdem wird das Projekt "Depression und Diabetes" der Bochumer Universität präsentiert.

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