Gaspreis steigt um 12,4 %
25.08.2010 | 18:50 Uhr 2010-08-25T18:50:00+0200
Mülheim.Der Energieversorger Medl verlangt mit Beginn der Heizperiode im Oktober mehr Geld für Gas – satte 0,66 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Höhere Beschaffungskosten seien der Grund.
Hoffentlich wird der kommende Winter nicht so kalt – das werden sich wohl die Gaskunden der Medl denken, die dieser Tage Post vom heimischen Energieversorger bekommen haben. Der Gaspreis steigt...
Und zwar um satte 0,66 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Kunden mit einer 100-m²-Wohnung mit einem Musterverbrauch von jährlich 14 000 kWh zahlen somit 92,40 Euro drauf.
Im Tarif „Behaglich warm“, an den sich mehr als 20 000 Mülheimer vertraglich gebunden haben, macht dies eine Erhöhung um stattliche 12,4 % aus. Die Medl begründet den Anstieg mit höheren Beschaffungskosten. Diese seien, so Vertriebsleiter Thorsten Marx zur WAZ, bereits seit Oktober 2009 jedes Quartal mehr geworden. Auch für diesen Oktober sei ein neuerlicher Sprung im Beschaffungspreis prognostiziert.
Irgendwann, so der Medl-Manager, müsse man diese Kosten nun mal an den Verbraucher weitergeben. Von Oktober 2009 bis Oktober 2010 würden sich die Beschaffungskosten netto um 0,93 Cent/kWh erhöht haben, in dieser Periode habe man selbst den Gaspreis bislang erst einmal (im Februar) um netto 0,34 Cent/kWh erhöht. Selbst mit der anstehenden Erhöhung (netto 0,55 Cent/kWh) gebe man den Kostenanstieg nicht komplett an die Verbraucher weiter.
Seitdem die Briefe der Medl raus sind, die den Kunden die Preiserhöhung mitteilen, machen die Mülheimer Bürgerinitiativen (MBI) wieder Stimmung gegen den lokalen Energieversorger. Sie werfen ihm vor, den Preisanstieg mit der Ölpreisbindung zu erklären, dies ist nach jüngster Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes tatsächlich nicht mehr zulässig. Allerdings erwähnt die Medl in ihren Kundenbriefen das Wort „Ölpreisbindung“ gar nicht. Dessen ungeachtet pocht MBI-Fraktionssprecher Lothar Reinhard weiter darauf, dass die Medl ihre „reale Kalkulation“ offenlegt. Bis dato sei Kunden anzuraten, der Preiserhöhung zu widersprechen. Die MBI halten ein entsprechendes Formular auf ihrer Internetseite www.mbi-mh.de vor. Die Initiative „Gaspreis runter“ trifft sich zum nächsten Mal am Mittwoch, 15. September, um 19 Uhr im Alten Schilderhaus an der Südstraße 2.
Fakt ist: Mit ihrer Preiserhöhung stellt sich die Medl im Wettbewerb schlechter. Das Verbraucherportal Verivox.de weist für den anfangs genannten Musterhaushalt mit 14 000 kWh Jahresverbrauch einige Anbieter aus, bei denen Gas günstiger zu beziehen ist. Und das selbst dann, wenn man diejenigen Angebote mit Vorauskasse und Kaution, vor denen die Verbraucherschützer warnen, sowie Boni-Zahlungen für Neukunden unberücksichtigt lässt. Im besagten Haushalt ließen sich dann bei einem Wechsel zum günstigsten Anbieter („optimization engineers GmbH“ aus Hattingen) gut 19 % sparen.
Zählt dieser Anbieter sicher nicht zu den Erfahrenen der Branche, so lässt sich auch bei der Nummer 2 des Preisvergleichs gut sparen. Die Stadtwerke Essen bieten seit Juli Gas in Mülheim an, seit Mai laufen die Marketing-Bemühungen. 14 000 kWh sind bei ihnen immerhin noch 15 % günstiger zu beziehen als bei der Medl – die Ersparnis pro Jahr macht dann gut 140 Euro aus. Der monatlich kündbare Vertrag garantiert bis Ende September 2011 einen fixen Preis von 4,66 Cent/kWh (bei 11,99 Euro monatlicher Grundgebühr). Das hatte die Medl auch mit ihrem Fixpreis-Angebot ab Februar nicht toppen können. Möglicherweise einziger Minuspunkt am Angebot der Stadtwerke Essen: Die komplette Vertragsabwicklung hat online zu erfolgen.

20:31
@#9
Die SWB muß dort Gas kaufen, wo es am billigsten ist. Als Mieter muss man nicht Mondpreise bezahlen, bloß weil der Vermieter eine gute Beziehung zum Lieferanten hat.
18:22
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14:10
Man kann auch mit Wintermantel und Handschuhen in der kalten Bude sitzen. Hauptsache keinen Anbieterwechsel. Schön bequem.
13:58
Dann werde ich die Heizkostenrückzahlung von der letzten Heizperiode mal sparen, damit ich dann im nächsten Jahr die Nachzahlung schon bereit habe...
11:51
Kucks Du da: www.verivox.de
Kannst Du Gaslieferant wechseln!
09:39
Mit ein bißchen Nachdenken läßt sich die Erhöhung locker auffangen - cleveres Heizen ist angesagt, kostet allerdings ein wenig Mühe, die sich allerdings für unsere Nachkommen auszahlt. Fossile Energie ist nicht in unbegrenztem Maß vorhanden und wächst erst in Hunderttausenden von Jahren nach - wenn wir nicht wollen, daß unsere Nachkommen wieder in der Höhle um das Feuer sitzen, fangen wir jetzt an, zu sparen. Ein höherer Energiepreis ist da enorm hilfreich.
09:25
Besser als zu einem anderen Anbieter zu gehen ist sparen:
Nachdem ich selbst meine Heizkosten durch vernünftiges Lüften, Pullover und Strümpfe um die Hälfte reduziert hatte, sprach ich darüber mit meinen Nachbarn (keine Ahnung, was die davon umsetzten) und siehe da - gestern erzählt mir unser Vermieter, daß wir in der vergangenen Heizperiode 30% weniger verbraucht haben.
09:14
Es wird Zeit umzustellen!!
20:28
Mir kommen fast die Tränen. Arme MEDL. Hoffentlich nagt ihr nicht am Hungertuch .
19:27
Der wechsel zu den Stadtwerken Essen lohnt sich,bei 10000kw/h Verbrauch ist die Ersparnis bereits 50 Euro gegenüber MEDL Behaglich warm.
Preisgarantie bis 30.09.2011