Frühere Praktiker-Halle könnte zum Festsaal werden

Es besteht Hoffnung auf eine neue Nutzung des alten Praktiker-Gebäudes. Dann würde auch der Schriftzug endlich verschwinden.
Es besteht Hoffnung auf eine neue Nutzung des alten Praktiker-Gebäudes. Dann würde auch der Schriftzug endlich verschwinden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ein Interessent möchte das leerstehende Praktiker-Gebäude in Mülheim als Veranstaltungsraum nutzen.

Mülheim.. Es gibt mehrere unschöne Leerstände in Mülheim, sowohl in der City als auch in den Stadtteilen. Hierzu gehört seit über anderthalb Jahren der ehemalige Praktiker-Standort am Heifeskamp, für den sich jetzt jedoch ein neuer Interessent vorsichtig gemeldet hat. Ein Veranstaltungsraum könnte dort entstehen, in trockenen Tüchern ist allerdings noch nichts.

Wie Stadtsprecher Volker Wiebels am Dienstag bestätigte, ging die erste, informelle Anfrage eines Kölner Investors ein, der aus dem rund 3800 qm großen Gebäude einen Festsaal machen möchte, in dem beispielsweise Hochzeiten stattfinden könnten. Die Verwaltung, so Wiebels weiter, erwarte nun eine entsprechende Bauvoranfrage. „Wenn diese vorliegt, müssen wir genau prüfen, ob eine solche Nutzung an dieser Stelle möglich ist, auch unter immissionstechnischen Gesichtspunkten.“ Dabei sei nicht nur der mögliche Geräuschpegel, etwa durch laute Musik, zu berücksichtigen, sondern auch der zu erwartende Pkw-Verkehr.

Erste Pläne abgewehrt

Einen ersten Anlauf zur Nachfolgenutzung der Halle am Heifeskamp hatte es bereits kurz nach der Schließung des Praktiker-Marktes im Herbst 2013 gegeben. Damals wollte Hartmut Buhren, der Betreiber des Hagebaumarktes am Mülheimer Hafen, auf 1500 qm eine Filiale von „Werkers Welt“ eröffnen. Die übrige Fläche sollte eine Fitnessstudio-Kette nutzen.

Die Pläne waren seinerzeit zum einen am Veto des Oberhausener Hagebaumarktes gescheitert, zum anderen an politischen Widerständen in Mülheim: Der Planungsausschuss hatte sich geweigert, einer Änderung des Bebauungsplanes zuzustimmen, der – wie es hieß – die Nutzung durch einen Sportbetrieb nicht zulasse. Im aktuellen Fall sind die politischen Gremien noch nicht offiziell einbezogen worden, wie auch Claus Schindler, planungspolitischer Sprecher der SPD, bestätigt. Nach Ansicht der Stadt ist dies im Falle einer Nutzung als Veranstaltungsraum auch nicht zwingend erforderlich.

Nach Insolvenz keinen Investor gefunden

Das Gebäude mit dem insgesamt 12 000 großen Grundstück gehört nach wie vor einem Rechtsanwalt aus dem nordhessischen Korbach, Heinz Teichmann. Er bestätigte gestern, dass es einen Interessenten gibt, der die Halle als Veranstaltungslocation nutzen möchte und momentan die Machbarkeit seines Vorhaben prüft. Unmittelbar nach der Praktiker-Insolvenz und Schließung des Standortes hatte Teichmann noch auf eine Weiterführung innerhalb der Branche gehofft. In diesem Fall hätten auch Mitarbeiter übernommen werden können. Doch für eine alleinige Nutzung als Baumarkt ist die Immobilie offensichtlich zu groß.

Die Praktiker AG mit mehreren Baumarktketten in Europa hatte im Juli 2013 Insolvenz angemeldet. Zwei Monate später wurde bekannt gegeben, dass sich kein Investor gefunden hatte und alle Märkte geschlossen werden müssen, darunter die Filiale am Heifeskamp in Mülheim, wo zuletzt 26 Mitarbeiter beschäftigt waren.

Letzter Verkaufstag dort war der 30. Oktober 2013. Seitdem steht das Gebäude leer.