Fotografien porträtieren Styrumer Originale

Die Ausstellung mit den Bildern von Heiner Schmitz wird am Sonntagabend in der Begegnungsstätte Feldmann-Stiftung in Styrum eröffnet.
Die Ausstellung mit den Bildern von Heiner Schmitz wird am Sonntagabend in der Begegnungsstätte Feldmann-Stiftung in Styrum eröffnet.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Fotograf Prof. Heiner Schmitz hat 26 Styrumer Senioren mehrmals besucht und ihre Geschichten in Bildern umgesetzt. Herausgekommen ist eine bemerkenswerte Ausstellung.

Mülheim.. „Über die vielen Erzählungen bin ich tief in die jüngere Geschichte des Stadtteils eingedrungen. Für mich war es ein starkes Erlebnis.“ Heiner Schmitz, Mülheimer Fotograf mit Weltblick, hat den Styrumer Mikrokosmos beackert und 26 Menschen in ihrer häuslichen Umgebung samt ihren Begabungen und Besonderheiten porträtiert. Bisher wussten nur Nachbarn, Freunde und Bekannte, was diese Menschen ausmacht, was sie im Stadtteil bewegen und bewegt haben. Sie sind auf Bildern festgehalten, die in der Begegnungsstätte Feldmann-Stiftung zu sehen sind.

„Die dritte Generation – Menschen, denen Styrum etwas bedeutet“, lautet der Titel dieser Ausstellung. „Dritte Generation, weil heute bereits die Enkel dieser Menschen leben“, erklärt Schmitz. Und wenn er schon dabei ist, erzählt der Fotograf von Helga Termwind. Die ehemalige Eisatzleiterin der Altenpflege beim Caritasverband ist über die Hobbythek mit Jean Pütz zu einem neuen Hobby gekommen: Sie stellt ihre Kosmetika selbst her.

Hans von Ofen kennt jede Ecke im Stadtteil

Auf einem anderen Bild sitzt Waltraud Schorn mit dem Seniorenkreis zusammen, der sich donnerstags zu Kaffee und Spielen in der Union trifft. In St. Mariae Rosenkranz engagiert ist auch Hans von Ofen. Er ist in Styrum sechsmal umgezogen, kennt jede Ecke im Stadtteil und ist regelmäßig mit den Montagswanderern auf Tour. Heiner Schmitz bekennt: Ich verfalle gern den süßen Sachen.“

Den Krapfen von Mia Salz konnte er folglich nicht widerstehen. „Als ich zum Fototermin kam, hatte sie alles parat. Ich brauchte nur noch das Licht aufzubauen.“ Karl Sixel bestritt ab 1946 im Ring 98 Faustkämpfe. Ab 1950 stand er als Trainer außerhalb der Seile und gründete 1955 mit anderen den Boxclub „Ringfrei Mülheim“.

Vom Arbeiter bis zum Münzsammler

Friedrich Döring gehört heute zum Styrumer Geschichts-Gesprächskreis. „Er ist ein toller Klavier- und Geigenspieler und er hat mehrere Bücher und Filme über Mülheim gemacht“, berichtet sein Fotograf. Friedrich Ehler wohnt seit 60 Jahren in Styrum, war im Schrebergarten und Verein „Harmonie“ aktiv. Jetzt gräbt seine Tochter auf der Scholle. „Seine Münzsammlung hat er nur zufällig hervorgekramt. Das war dann mein Bild“, erinnert sich Schmitz. Necati Göktepe kam 1969 aus der Türkei und arbeitete auf der Friedrich-Wilhelms-Hütte. Seit 30 Jahren in Styrum lebend, baute er an der Josefstraße die Moschee mit auf. „Aber sein Sohn muss für ihn immer noch übersetzen“, schildert Heiner Schmitz.

Der Fotograf kennt noch viele Geschichten zu den Menschen, die er mit den Porträts vorstellt. „Ich danke allen für diese schöne Arbeit. In anderen Stadtteilen wäre das sicher auch ein tolles Thema.“