Radwegenetz
Fortschritte beim Ausbau des Ruhrtal-Radweges
28.07.2010 | 14:36 Uhr 2010-07-28T14:36:00+0200
Mülheim.Die Deutsche Bahn will die verwaiste Trasse zwischen Essen und Mülheim noch nicht für das Radwegenetz freigeben. Zwischen Menden und Kettwig setzt der RVR derweil den Leinpfad für Radfahrer instand.
Die Eröffnung des lückenlosen Ruhrtal-Radwegs über 230 Kilometer von Winterberg bis Duisburg, durch 23 Städte und Gemeinden war ein Meilenstein auch für die Entwicklung des Radwegenetzes in Mülheim. Doch der Ruhrtal-Radweg ist nicht alles. Es gibt weitere Entwicklungspotenziale, die Mülheims Freizeitwert für Radfahrer erhöhen könnten.
Es ist die Querachse, die Expressverbindung der Innenstädte von Duisburg, Mülheim und Essen, die auf der Wunschliste vom Regionalverband Ruhr (RVR) als federführender Organisation in der Planung und dem Mülheimer Amt für Tiefbau und Verkehrswesen ganz oben steht. Zurzeit lenkt die Radwegekarte Radfahrer über die Duisburger und Leineweberstraße auf den Dickswall und schließlich quer durch Wohngebiete nach Heißen-Mitte. Attraktiv ist diese Expressroute keinesfalls. Wie berichtet, hakt es jedoch bei der Realisierung der besagten Alternativroute. Die Deutsche Bahn mag ihre verwaiste Trasse zwischen der Stadtgrenze zu Essen und dem Mülheimer Hauptbahnhof noch nicht zur Verfügung stellen.
Knackpunkt: Güterbahnstrecke der Rheinischen Bahn
Knackpunkt ist die alte Güterbahnstrecke der Rheinischen Bahn, die in Teilbereichen laut Bahn AG möglicherweise unabkömmlich sein soll für den Rhein-Ruhr-Express, der irgendwann einmal ins Rollen kommen soll. Noch hält sich die Bahn diese Option der Streckenführung offen, erst 2012 soll genauestens geprüft werden, ob das Streckenareal entwidmet und an den RVR veräußert werden kann. Das hemmt die Pläne des RVR – und der zaudert, ob es Sinn macht, freilich mit nötiger Zustimmung der Bahn, schon vor einer Entwidmung in das millionenschwere Projekt einzusteigen.
„Im Prinzip sagt aber jeder, dass es für den Rhein-Ruhr-Express keinen Bedarf an einem fünften und sechsten Gleis geben wird“, sagt der städtische Radverkehrsplaner Helmut Voß. Trotzdem bleibt das Stück zwischen Hauptbahnhof und Heißen unsicheres Gelände. Wie der RVR konzentriert sich die Stadt deshalb auf das weitere Teilstück des Radweges vom Hauptbahnhof aus über die Ruhr Richtung Duisburg. Schon für die anstehende Umgestaltung des Dieter-aus-dem-Siepen-Platzes vor dem Bahnhof ist eine Rampe zur künftigen Radtrasse eingeplant. Der RVR muss allerdings noch die Grundstücke bis zur Höhe des Ringlokschuppens erwerben. 2011 will der RVR Tempo aufnehmen. Zwischen Hauptbahnhof und künftigem FH-Standort an der Duisburger Straße, so Voß, sei es möglicherweise angebracht, den üblichen Fahrweg von 3,50 Metern Breite zu vergrößern. „Der Bereich mit der Sicht auf Ruhr und Innenstadt lädt ja zum Bummeln ein“, so der Verkehrsplaner. Er hofft, dass es „in zwei, drei Jahren“ entscheidend vorangeht mit dem Gesamtprojekt.
Neue Bänke auf dem Leinpfad
Gute Aussichten gibt es derweil an der Ruhr. Auch hier macht der RVR heimische Radler (und Fußgänger) glücklich. Peu à peu setzt der Regionalverband hier, zwischen Menden und Kettwig, den Leinpfad instand. Unlängst konnte der RVR den zwei Kilometer langen Bauabschnitt zwischen dem Wetzkamp und der Feldstraße zur Mendener Straße fertigstellen. Die Trasse ist, um sie vor Hochwasser zu schützen, stellenweise landeinwärts verlegt worden, zudem ist das frisch asphaltierte Stück von zwei auf 3,5 Meter verbreitert worden. Neue Bänke laden zur Rast ein.
Die 1,6 Millionen Euro teure Sanierung des 5,5 Kilometer langen Leinpfad-Teils zwischen Mülheim und Kettwig dient der Optimierung des Ruhrtal-Radweges. Seinerzeit war der Leinpfad für die überregionale Route als untauglich erachtet worden.
Im November will der RVR-Eigenbetrieb Ruhr Grün den letzten Bauabschnitt in Angriff nehmen, der an der Kläranlage „Am Mühlkamp“ auf Essener Stadtgebiet endet.

23:49
@Horsie49:
Sie haben recht, aber wenn die Trasse als Radweg komplett erhalten und nicht überbaut wird, besteht zumindest theoretisch die Möglichkeit, irgendwann auch wieder eine Bahnverbindung aufleben zu lassen. Die Strecke war Bestandteil der VRR-Planungen für eine Strecke Düsseldorf-Ratingen West-Mülheim-Essen City Nord, die übrigens auch eine Anbindung der neuen Thyssen-Krupp HV erlauben würde.
Leider ist dies bei unseren tollen Journalisten nicht auf dem Schirm.
19:33
Wer wirklich in die Zukunft denkt.. hätte die Rheinische als das belassen, was sie ist: Eine Bahnstrecke...
Regional als Nord S Bahn uA als Verbindung zwischen den Unis Essen und Duisburg..
Überregional als Abfuhrstrecke von Oberhausen West (verlängerun der Betuwe Linie...)
Aber die Raddingesn wollen ja lieber LKWs...
Verfehlte Verkehrspolitik allenthalben....
man muß sich schon ein bisschen damit beschäftigen , ums zu verstehen.. die Medien helfen da nicht weiter....
18:51
Ich fahre täglich mit dem Fahrrad von Duisburg Rheinhausen nach Essen City. Ich würde mir wirklich eine direkte Anbindung ohne Schotterpisten wünschen, dann wäre die Strecke locker unter 60 Minuten zu packen. Wer wirklich an die Zukunft denkt, der plant solche Routen für Radfahrer und nicht nur irgendwelche Schotterpisten für Rentner mit Radio am Lenker.
18:23
#2: Wenn man Radwege bauen will, die von Pendlern auf dem Weg zu und von der Arbeit genutzt werden sollen, dann braucht man genau solche Wege.
Und auch Radtouristen schätzen es, wenn man mal etwas flotter voran kommt.
18:13
@ Sozialwesen
So isses - der Bericht wäre auch zu schön um wahr zu sein.
Aufwachen WP !
Und jetzt könnt ihr wieder über das 1 Millionste
Schützenfest berichten.
17:06
Tolle Lokalredaktion! Sobald der Name Menden auftaucht gehört das auch auf die Mendener (Sauerland) Lokalseite!
Schon mal was von Menden (Mülheim) gehört?
17:02
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17:02
Schade nur, dass diese virtuosen Städteplaner auch noch in den letzten Winkel breite Asphaltpisten walzen. Die neuen Leinpfadabschnitte sind eine einzige Katastrophe. Abgesehen davon, dass das besprochene Teilstück nicht mehr an der Ruhr entlangführt (Hochwasser? Ja und? Dann kann man auch dieses Stück nicht benutzen, weil der restliche Teil des Leinpfades unter Wasser steht...), der neue Leinpfad ist breit und glatt wie eine Autobahn, ebenso grade, die Stahlbänke völlig ungemütlich, deplaziert (man guckt ins Gebüsch, toll), von Natürlichkeit keine Spur. Was soll das?
16:15
Ich brauche einen geraden Radweg zwischen Duisburg HBF und Essen HBF, dann fahre ich mit dem Rad zur Arbeit ! Kein Scherz ! Pedelec und los.