Flächen für Wohnungsbau gefragt

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Stadtgebiet..  Mit der ersten Sitzung im neuen Jahr ist der Planungsausschuss gestern wieder in die Stadtentwicklung eingestiegen. Die WAZ setzt ihren Überblick fort und zeigt, welche Planungen in der Stadt anstehen.

Schlippenweg/Zeppelinstraße

Das Bebauungsplanverfahren für diese potenzielle Baufläche im grünen Außenbereich Holthausens hat Mülheims Politik bereits im November 2012 eingeleitet. Geschehen ist seitdem nichts. Obwohl die Ackerfläche das einzig verbliebene Areal im Grünen ist, das im Regionalen Flächennutzungsplan als Entwicklungsgebiet für eine neue Wohnbebauung ausgewiesen wird. Per politischen Beschlusses ist an hochwertige lockere Wohnbebauung gedacht, mit ökologisch hohen Standards, in ressourcenschonender Bauweise.

Ein Wettbewerbsverfahren sollte ein städtebauliches Konzept hervorbringen. Offenbar traut sich aber niemand an dieses konfliktträchtige Thema (siehe Mendener/Bergerstraße sowie Tilsiter Straße/Oppspring) heran.

Aus dem Technischen Rathaus war hinter vorgehaltener Hand zu hören, dass aus dem Vorhaben wegen ökologischer Gesichtspunkte wohl nichts erwachsen werde. Der Leiter der städtischen Bauleitplanung, Felix Blasch, sieht das Verfahren in der Prioritätenliste nicht oben angesiedelt, „andere Projekte sind dieses Jahr wichtiger“.

Wohnen im Dichterviertel

Nach dem Bau des Seniorenwohnheims plant der Mülheimer Wohnungsbau (MWB) an der Scheffelstraße in Eppinghofen auf dem Gelände der ehemaligen Ruhrtaler Maschinenfabrik eine autofreie Siedlung mit 48 Häusern. Sein Projekt hatte der MWB zunächst zurückgestellt, als er notgedrungen die alleinige Finanzierungsverantwortung auf dem Ruhrbania-Baufeld 2 übernehmen musste. Nun, da für die Ruhrbania-Bauten im März Richtfest gefeiert werden soll, will der MWB das für Mülheim einzigartige Bauprojekt laut eigener Aussage in Angriff nehmen.

Das Planungsamt steht parat. „Wenn der MWB weitermachen will, machen wir weiter“, so Blasch. Ein Hindernis hat der MWB mittlerweile aus dem Weg geräumt: Die verfallene, aber denkmalgeschützte Direktorenvilla der alten Fabrik ist verkauft und soll dank einer Investition neues Leben eingehaucht bekommen.

Rudolf-Harbig-Straße

Auf dem Sportplatz-Gelände soll mit der Fertigstellung der neuen Heißener Bezirkssportanlage Platz sein für Wohnbebauung. Weil Verkehrslärm Probleme macht, hat die Stadt das Entwicklungsgebiet schon deutlich verkleinert. Aktuellste Planskizzen sehen eine familienfreundliche Siedlung mit rund 30 Reihen- und Doppelhäuser vor, dazu an der Einmündung von der Paul-Kosmalla- in die Rudolf-Harbig-Straße mehrgeschossige Wohnhäuser, die das bestehende Ensemble dort ergänzen.

Mittlerweile aufgelöst hat sich die Irritation um Großrohrleitungen, die im Boden liegen. Eine in alten Plänen verzeichnete, aber nicht zuzuordnende Leitung existiert gar nicht. So steht auch jene Trasse potenziell für eine Bebauung zur Verfügung. Aufgrund des Finanzierungsspagats für die Bezirkssportanlage Heißen ist die Stadt von der Bezirksregierung verpflichtet worden, noch 2015 den Erlös aus dem Grundstücksverkauf einzustreichen. Es herrscht Zeitdruck. Noch muss ein ausführliches Lärmgutachten her. Um bei Bürgern für das Projekt zu werben, will die Stadt mit den Plänen laut Blasch im Laufe dieses Jahres in eine Bürgerversammlung gehen.

ErweiterungMax-Planck-Institut

„Wir sind in der Abstimmung mit der Instituts- und der Generalverwaltung in München. Es sind noch viele technische Fragen zu klären“, gab Blasch Anfang Januar einen Zwischenstand zum Verfahren. Zum Vorhaben des MPI für Chemische Energiekonversion hatte es viele Bürgereingaben gegeben, auch bei einer Bürgerversammlung. „Wir versuchen darauf einzugehen“, sagt Blasch. Noch sei es aber zu früh zu sagen, in welcher Form den Bedenken Rechnung zu tragen sei. Auf jeden Fall werde es 2015, möglichst vor Herbst, eine neue Bürgerversammlung zu den weiterentwickelten Plänen geben, so der Leiter der Bauleitplanung.

Bei der Überbauung der Stiftstraße wolle die Stadt zumindest einen Weg für Fußgänger offen halten. Ein weiterer Knackpunkt aus Sicht von Anwohnern ist die Parkplatz-Frage. Das MPI, so Blasch, müsse hier schon nachweisen, dass die notwendigen Parkplätze auf dem Grundstück vorhanden sein werden. Das Institut arbeite daran, hieß es zuletzt. Die Belastung durch zusätzlichen Verkehr soll ein Lärmgutachten feststellen. „Die Zuschriften zum Vorhaben haben gezeigt, dass die Bürger dort genau hinschauen“, sagt Blasch und verspricht: „Wir werden uns da nicht aus der Verantwortung stehlen, damit es dort zu einer intelligenten Lösung, auch architektonisch, kommt.“ Er hofft auf ein „architektonisches Highlight“, eine Campus-Architektur, „die dem Umfeld was gibt“.