Film über die Freiheit, sich Freiheiten zu nehmen

Die Doku zeigt bewusst Helge Schneiders Widerstand, sich auf dieses Porträt einzulassen. Wie sind Sie ihm trotzdem nah gekommen?
Andrea Roggon: Es ist schön, gewisse Dinge für sich zu behalten. Private Details sind kein Schlüssel, um ein Gefühl für den Menschen zu bekommen. Der Film hat ja nicht den Anspruch, eine lückenlose Biografie zu sein, sondern vielmehr Helge Schneider in seiner Vielseitigkeit zu zeigen: als Musiker, Komiker, Künstler. Man kann ihn eben nicht erklären oder festzurren. Ich glaube über ein Geheimnis, das erhalten bleibt, kann man einem Menschen und seinem Werk viel näher kommen als durch den Versuch, alles zu erklären.


Es gibt eine Interview-Szene, in der Sie Helge Schneider fragen, was Freiheit für ihn bedeutet, dass diese nicht selbstverständlich sei. Er erwidert: „Stimmt. Freiheit muss man sich nehmen. Tschüss.“ Dann steht er auf und geht. Der Zuschauer muss herzhaft lachen – Sie auch?
In dem Moment war ich schon erstmal ganz schön baff. Aber ja, wir haben bei den Drehs viel gelacht! Ich war immer wieder überrascht von seinem Humor. Seine Spontanität hat die Dreharbeiten oft unplanbar gemacht, manchmal anstrengend, aber vor allem aufregend. Wir haben uns darauf konzentriert, auf den Moment zu schauen und nicht mit vorgefertigten Planungen ranzugehen. Vieles ist bei Helge improvisiert, da muss man einfach mitspielen, sich einlassen. Das war schön, denn die Dreharbeiten waren nie langweilig.