Ferienzeit ist Fußballzeit

Im Fußball-Feriencamp beim TuSpo Saarn lernen die Kids das Kicken.
Im Fußball-Feriencamp beim TuSpo Saarn lernen die Kids das Kicken.
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo

Mülheim.. Ein heilloses Durcheinander und lautes Geschrei herrschten am Donnerstagmittag auf der Sportanlage an der Mintarder Straße in Saarn. Etwa 60 Kinder in Trikots und bunten Leibchen tollten mit Fußbällen und witzigen Hüten auf dem Kopf über die Anlage. Der geneigte Betrachter dürfte sich schnell gefragt haben: „Was ist denn hier los?“

Ferienzeit ist auch Fußballzeit. Etliche Vereine bieten in den Sommerferien Fußballcamps an, um den Nachwuchs auch in der freien Zeit zu beschäftigen. Der TuSpo Saarn arbeitet dabei bereits seit sieben Jahren mit der Firma CS-Sport zusammen, die bundesweit solche Camps anbietet. Vier ausgebildete Trainer kümmern sich dabei um die Kinder im Alter von fünf bis 14 Jahren. „Wir teilen die Kids immer in zwei altersgerechte Gruppen auf“, erklärt Trainer Tim Platen.

Trainings-Einheiten

Zwischen 10 und 16 Uhr befindet sich der Nachwuchs auf der Sportanlage. Gegen 13 Uhr – sozusagen zur Halbzeit, um in der Fußballersprache zu bleiben – gibt es ein gemeinsames Mittagessen.

Das Training besteht aus verschiedenen Einheiten, die es auch im Vereinstraining gibt. „Bei uns geht es aber wesentlich lockerer zu“, sagt Platen. Darüber hinaus finden verschiedene kleine Turniere statt. Das Feriencamp basiert auf einem Punktesystem, damit die Kinder für ihren Einsatz auch belohnt werden können. Für gute Spiele, Tore und Vorlagen gibt es ebenso Punkte wie für das soziale Verhalten. „Wer nachher nicht beim Aufräumen hilft, bekommt keine Punkte“, sagt Platen. Clever.

Dribbeln, Passen, Schießen

Während die Kleinen auf dem neuen Kunstrasenkleinfeld Grundlagendinge wie Dribbeln, Passen und Schießen üben, messen sich die etwas älteren Kinder im Fußballtennis. Auch dafür gibt es Punkte, die von den Nachwuchsfußballern auch nachgehalten werden. „Hast du meine 30 Punkte aufgeschrieben“, fragt Julian seinen Trainer mit einigem Nachdruck. Dieser nickt und notiert die Zähler. Der Mini-Kicker ist zufrieden und fügt mit Blick auf den Reporter und den Fotografen hinzu: „Autogramme gibt’s später.“

Zum Gruppenfoto versammeln sich alle 54 Spieler auf dem kleinen Kunstrasenfeld. Einige schnappen sich die Pylonen, die eigentlich zum Umdribbeln gedacht waren und funktionierten sie zu bunten Hüten um. Das heillose Durcheinander ergab trotzdem ein tolles Bild.

Die meisten Feriencamp-Kicker schwärmen für Schalke 04

Der kleine Marlon (8) ist der Trikotsammler unter den Teilnehmern. Schon von etlichen Mannschaften hat er ein Dress zu Hause. Heute ist er in einem Bayern-Trikot von Manuel Neuer unterwegs. Louis ist mit seinen vier Jahren der jüngste Teilnehmer beim Saarner Sommercamp. Trotz seines jungen Alters spielt er schon beim MSV 07 im Verein. Er ist in diesem Jahr zum ersten Mal dabei, obwohl der Knirps steif und fest das Gegenteil behauptet. Seine Lieblingsmannschaft ist der aktuelle Deutsche Meister. An diesem Donnerstag hat er sich in ein Trikot mit dem Namensaufdruck von Neuzugang Marco Reus gehüllt. „Mein Lieblingsspieler ist aber eigentlich Götze“, erzählt Louis.

In seinem schwarz-gelben Dortmund-Trikot gehört der Junior aber zur Minderheit. Die meisten Nachwuchs-Fußballer schwärmen für Schalke und tun dies auch laut kund. „Schalalalalala Schaaalke 04“, hallt es mehrmals minutenlang über den Platz. Auch Silas Skuppin ist S04-Fan, was bei ihm sogar familiär bedingt ist. Sein Bruder Simon hat es in die C-Jugend der Königsblauen geschafft.

Unter die zahlreichen Jungs haben sich auch drei Mädchen gemischt. „Manchmal ist es etwas anstrengend, weil wir nicht so oft angespielt werden, aber es ist schon okay“, erzählt die 10-jährige Leah. „Mit ein paar Mädchen mehr, wäre es schon besser“, findet ihre Freundin, die auch Lea heißt. „Aber ohne h am Ende.“