Fantasyliteratur weckt die Leselust

Fantasyromane zählen bei Kindern und Jugendlichen zu den Favoriten
Fantasyromane zählen bei Kindern und Jugendlichen zu den Favoriten
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Was wir bereits wissen
Im digitalen zeitalter müssen Bücher sich gegen die Playstation und das Handy behaupten. Mülheimer Schüler verraten, was sie gerne lesen.

Mülheim.. Was lesen Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit? Im digitalen Zeitalter muss sich das Buch gegen Playstation, Computer und Handy behaupten. Beim Vorlesewettbewerb der Stadt Mülheim haben Schüler erzählt, warum Bücher trotzdem ihre Favoriten sind.

Das Zimmer von Julian Göbel ist vollgestopft mit Lesestoff. Erst letztens hat der Zwölfjährige seine Bücher gezählt: 270 sind es an der Zahl – Tendenz steigend. Einen Ehrenplatz hat die Harry-Potter-Reihe. „Das sind meine Lieblingsbücher. Die Handlung spielt in einer ganz anderen Welt. Beim Lesen kann man da richtig eintauchen. Das gefällt mir sehr“, sagt der Sechstklässler der Gustav-Heinemann-Gesamtschule, der auch jeden Morgen interessiert die Zeitung liest.

Eintauchen in eine andere Welt

Selina Frias-Perez (11) vom Gymnasium Broich hat ebenfalls eine Schwäche für Fantasyromane: Eines ihrer Lieblingsbücher heißt „Darkmouth – Der Legendenjäger“ von Shane Hegarty. „Das Buch handelt von einem Jungen, der zum Legendenjäger ausgebildet werden soll. Dabei bekommt er es mit Minotauren, Monstern und Höllenhunden zu tun. Ich mag es, wenn sich beim Lesen eine echte Spannung aufbaut“, sagt die Schülerin. Auch für Natalie Ludwig fängt der Lesespaß an, wenn die Spannung zu knistern beginnt. „Dann kann man einfach nicht aufhören und liest immer weiter“, sagt die Elfjährige, der zudem etwas anderes besonders gut gefällt: „Beim Lesen genieße ich, dass es einfach mal komplett ruhig ist.“

Ebubekir Sirin (12) bevorzugt Bücher, in denen er einen Bezug zur Realität erkennt. „Mein Lieblingsbuch ist Gregs Tagebuch. Darin geht es um einen Jungen, der genau die gleichen Sachen erlebt, wie ich auch. Er schreibt über seinen Schulalltag und was ihm da so alles passiert. Viele Stellen sind auch lustig“, erzählt Ebubekir.

Lesebegeisterung hat stark abgenommen

Sybille Arendt ist Deutsch- und Biologielehrerin an der Realschule Stadtmitte, die den Stadtentscheid des Vorlesewettbewerbs bereits zum 17. Mal ausrichtet. Sie hat registriert, dass die Lesebegeisterung bei den Schülern stark abgenommen hat. „Es wird relativ wenig gelesen. Bei vielen Schülern wird das zu Hause aber auch nicht gefördert“, berichtet Arendt. In der Schule an der Oberstraße wird jedoch intensiv an der Leselust der Schüler gearbeitet. „Wir haben eine Bibliothek mit über 300 Büchern. Da verkriechen sich mittlerweile immer mehr Schüler, um mal zu schmökern“, so Arendt. Im Wettbewerb werde aber immer deutlich, dass die Gymnasiasten über mehr Praxis verfügen.

Das unterstreicht auch das Resultat der diesjährigen Auflage, bei der Ayla Roßenbeck von der Luisenschule auf dem Goldrang landete. Zweiter wurde Daniel Nuyhuis von der Otto-Pankok-Schule, gefolgt von Katharina Heyna vom Gymnasium Heißen.