Familiäre Konflikte im Puppentheater

Familiäre Konflikte auch im Puppentheater für Kinder zu thematisieren war Wunsch des „Wodo“-Paars Dorothee Wellfonder und Wolfgang Kaup-Wellfonder. Ein Stück der „Lotta“-Reihe von Astrid Lindgren schien den Puppenspielern dafür besonders geeignet.

„Astrid Lindgren hat ein echtes Händchen dafür, Stimmungen zu beschreiben“, findet Dorothee Wellfonder. So geht es denn in der neuen Inszenierung „Lotta zieht um“, die jetzt im Ringlokschuppen Premiere feierte, um einen heftigen Streit zwischen Lotta und ihrer Mutter. In dessen Folge zerschneidet Lotta ihren ungeliebten kratzigen Pullover und verlässt wütend ihr Elternhaus. „Die Familiengeschichte ist nah an der Erlebniswelt von Kindern und Eltern“, erklärt Dorothee Wellfonder. Es komme häufiger vor als angenommen, dass Kinder beschlössen, zu Hause auszuziehen.

So findet Lotta Zuflucht in der Rumpelkammer ihrer Nachbarin Tante Berg. Anfangs räumt sie zufrieden in ihrer neuen Bleibe herum, dann aber wird der Tag lang und länger. Bevor ihr Heimweh ausbricht, kommt schließlich Lottas Vater und holt sie nach Hause.

„Die Kinder im Publikum waren total erleichtert, als Lotta wieder zu ihrer Familie zurückgekehrt ist“, berichtet die Puppenspielerin. Lotta durfte keine Angst bekommen, das hätte sich schnell auf das junge Publikum übertragen, weiß Wellfonder, die in 31 Jahren und bei 45 Inszenierungen ausreichend Erfahrungen gesammelt hat. Die Herstellung der Tischpuppen – inklusive Hund Scotty sieben an der Zahl – und die Lösung des technischen Problems der Zerstörung des Pullovers lässt sich die Mülheimerin nicht nehmen. „ Ich habe die Ärmel mit herausziehbaren Angelschnüren verbunden. Das klappte einwandfrei.“