Experten sehen Gefahr der Verkeimung des Trinkwassers

Styrum..  „Trinkwasser ist ein Lebensmittel und sollte auch so behandelt werden!“ Dieser Rat kommt von 110 Fachleuten, die sich jetzt auf Einladung der RWW in Mülheim trafen und über Hygiene und Versorgungssicherheit in der Hausinstallation diskutierten. Sanitärhandwerker aus der Region, Wasserexperten von Herstellerfirmen und des Wasserforschungsinstituts IWW in Mülheim waren sich einig, dass mehr für die Trinkwasserhygiene in Gebäuden getan werden sollte.

„Hauseigentümern und Mietern ist nicht immer bewusst, wie wichtig Pflege und Wartung ihrer häuslichen Trinkwasserleitungen sind“, berichtete RWW-Marketingleiter Siegfried Gendries von Kundenbefragungen. Daher erhielt er auch Zustimmung für den Aufruf der RWW zu einer gemeinsamen Verbraucher-Informationskampagne über den richtigen Umgang mit Trinkwasser im Haushalt. Denn das Problem wird immer drängender: Wasser sparen führt nicht nur zu Stagnation in den Leitungsnetzen der Versorger, sondern auch zu längeren Verweilzeiten in der Hausinstallation. Während RWW die eigenen Leitungsnetze mit Trinkwasser spült, wollen Verbraucher dieses Wasser lieber sparen und stoppen in ihren Wohnungen oder Häusern den Wasserfluss. Dies kann einen Stau in der Trinkwasserleitung auslösen.

Verkeimungen des flüssigen Lebensmittels Trinkwasser wären mögliche Folgen, warnen Fachleute. Damit das nicht passiert, rät RWW: Verbraucher sollten nach der Rückkehr aus dem Urlaub oder bei der Übernahme einer Ferienwohnung erst einmal den Wasserhahn aufdrehen und das Wasser längere Zeit laufen lassen. Sobald das Wasser spürbar kühler wird, stammt es nicht mehr aus der Hausinstallation, sondern aus den großen Rohren der Versorger, dann ist es frisch.

Nicht nur beim Betrieb, auch beim Einbau der Installation können Fehler gemacht werden, warnten die Experten. Fehler in der Hausinstallation rächten sich oft mit nassen Wänden. Die Sanierungskosten seien dann meist höher als die vermeintliche Ersparnis bei der Installation. In billigen Leitungen und Armaturen, bei denen an der Materialqualität gespart worden sei, fühlten sich nach einiger Zeit auch die Keime wohl, hieß es auf der Tagung. Daher empfehlen sich die Installateur-Fachbetriebe als Ansprechpartner, wenn es um Einbau und Wartung von Trinkwasserinstallationen in Wohnungen und Gebäuden geht.