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Fehlendes Zeugnis: Ex-Manager will Schadenersatz von Thyssen

24.02.2016 | 18:41 Uhr
Fehlendes Zeugnis: Ex-Manager will Schadenersatz von Thyssen
Auf die Erteilung eines Zeugnisses klagte ein ehemaliger Spitzen-Manager und fordert nun Schadenersatz.Foto: Volker Hartmann

Mülheim.   Ein ehemaliger Spitzen-Manager verklagt seinen einstigen Arbeitgeber, die Thyssen Schachtbau GmbH, weil er Jahre auf ein Arbeitszeugnis warten musste.

Auf die Erteilung eines Zeugnisses musste ein ehemaliger Spitzen-Manager aus Mülheim erst klagen. Weil er jahrelang darauf warten musste, verlangt er von seinem früheren Arbeitgeber, der in Mülheim ansässigen Thyssen Schachtbau GmbH, vor dem Landgericht Duisburg nun 1,7 Millionen Euro Schadenersatz.

Im Jahr 2008 war der Vertrag des Mannes als Geschäftsführer des Unternehmens ausgelaufen und wurde nicht verlängert. Offenbar trennte sich das Unternehmen nicht ganz einvernehmlich von ihm.

Der Vorstand habe dem scheidenden Geschäftsführer eine Entlastung verweigert, so ein Vertreter des Unternehmens am Mittwoch vor der 2. Zivilkammer. Auf ein Zeugnis wartete der frühere Geschäftsführer – vermutlich genau vor diesem Hintergrund – vergebens. 2010 klagte er vor dem Landgericht auf die schriftliche Bewertung seiner Leistungen. Erst 2012 bekam er ein akzeptables Papier vom früheren Arbeitgeber. Wegen des langjährigen Fehlens eines Zeugnisses habe er keinen adäquaten Job bekommen, argumentiert der Kläger. Mehrere Stellen – mit bis zu 500.000 Euro Jahreseinkommen dotiert – seien ihm durch die Lappen gegangen. Auch zur Übernahme weiterer Schäden soll das Gericht den früheren Arbeitgeber verurteilen, da der Kläger fürchtet, keinen Anschluss an seine frühere Vergütungshöhen zu schaffen.

Zivilkammer des Landgerichts Duisburg vernahm drei Personaldienstleister

Die Zivilkammer vernahm drei Personaldienstleister, die den Kläger in den Jahren 2010 bis 2012 in die engere Auswahl für Manager-Posten gebracht hatten. Der erste Zeuge hatte den Kläger einem Maschinenbauunternehmen angedient, für dessen Stelle er alle Kriterien erfüllt habe. „Allerdings war der potenzielle Arbeitgeber höchst irritiert, dass kein aktuelles Zeugnis vorlag.“ Das sei der entscheidende Grund gewesen, wieso der Ex-Manager nicht in die Endauswahl gelangt sei.

Ein zweiter „Headhunter“ sah das lockerer: „Für die meisten Arbeitgeber spielen Zeugnisse heute nur noch eine untergeordnete Rolle.“ Ein dritter Zeuge konnte sich nur noch verschwommen an seine Vermittlungsversuche erinnern. Auch er sah das Fehlen eines Zeugnisses als möglichen Grund dafür an, dass der Klägers nicht genommen worden sei.

Das Verfahren soll am 6. April mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt werden. Dann soll auch noch einmal über einen möglichen Vergleich gesprochen werden.

Bodo Malsch

Kommentare
26.02.2016
16:53
Fehlendes Zeugnis: Ex-Manager will Schadenersatz von Thyssen
von joerndominik | #2

Als ehemaliger Personaler darf ich anmerken: Auch ein Geschäftsführer,
obwohl Organ einer Gesellschaft, hat Anspruch auf eine ordentliches...
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Fehlendes Zeugnis: Ex-Manager will Schadenersatz von Thyssen
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http://www.derwesten.de/staedte/muelheim/ex-manager-fordert-1-7-millionen-euro-schadenersatz-id11596201.html
2016-02-24 18:41
Mülheim, Gericht, Schadenseratz,
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