„Es ist so traurig, dass die Jugend keine Arbeit mehr findet“

Jahrzehntelang war Evangelos Papoutsoglou überzeugt davon, dass er eines Tages zurückgehen werde nach Griechenland, in das Land, das er Anfang der 80er verlassen hatte, um in Deutschland sein Glück zu finden. Seit 1981 betreibt er das „Amfipolis“ an der Kämpchenstraße „und mittlerweile“, so der 58-Jährige, „bin ich fast ein Deutscher geworden“. Mülheim sei sein Zuhause, und auch das seiner Familie. Die Rückkehr sei schon von daher nicht mehr wahrscheinlich – und natürlich spiele auch der Niedergang des Landes eine Rolle bei der Entscheidung.

Papoutsoglou ist betroffen, wenn er gen Hellas schaut, „da ist jeder Grieche traurig“. Besonders belastend sei, „dass die jungen Leute keine Arbeit finden und noch bei den Eltern wohnen müssen“. Dinge, die in Deutschland normal seien, wie die freudige Planung bevorstehender Ferien, seien in Griechenland nur noch für wenige Menschen selbstverständlich: „Die allermeisten fragen: Urlaub? Was ist das? Sie müssen gucken, wie sie überleben.“ Auf dem Dorf gelinge das noch am ehesten, dort, wo jeder jedem helfe und es Gemüse im Garten gibt zur Selbstversorgung.

Besser werde es in absehbarer Zeit nicht, glaubt der Gastwirt. „Nur wenn es gelingt, neue Firmen aufzumachen, schafft man es, dass die Jungen bleiben, sich neues Leben entwickelt.“ Die Euro-Zone zu verlassen, sei übrigens unklug: „Als die EU geschaffen wurde, hat man sich genaue Gedanken gemacht, wer dazugehören soll. Wenn nun einer austritt, zieht das etliche andere Länder nach sich.“