Es ist die Stunde der Förderer

Es ist die Zeit der Jahresempfänge. Man trifft sich, wünscht sich Gutes, isst ein paar Häppchen. Beim Sport servierte der Vorsitzende des Mülheimer Sportbundes dazu eine der derzeit wichtigsten Fragen: Will die Stadt wirklich Millionen für eine neue Sporthalle liegen lassen, weil sie die Folgekosten nicht zu schultern weiß? Die Stadtgemeinde ist gespalten. Für die einen wäre es ein Unding, so ein „Geschenk“ aus Steuermitteln links liegen zu lassen, für andere wäre es endlich einmal konsequent, angesichts der lokalen Finanzmisere „Nein“ zu sagen.


Der Kämmerer handelt richtig und ehrlich, wenn er nun hingeht und den Entscheidern nicht nur den Kaufpreis vorlegt, sondern auch den Preis für die Unterhaltung. In der Vergangenheit geschah dies nie. Wäre es der Fall gewesen, so manches Projekt in Mülheim wäre nie verwirklicht worden, unter dem die Stadt heute ächzt. Der Ruhrtunnel zum Beispiel. Und doch ist das Sportprojekt wichtig und allemal wert, dass es realisiert wird – auch wegen des Mangels an Hallen. Das Land wird bei der eigenen Schuldenlast kaum nochmal hingehen und Millionen anbieten. Es wäre die Stunde der Sponsoren, in dem Fall und an der Sportstätte sich ein Denkmal zu setzen. Es wäre ein sportliches, pädagogisches und ein gesundheitspolitisches Engagement.


Zwei Projekte machten in dieser Woche noch einmal Schlagzeilen, beide sind eng verbunden mit Bürgerinitiativen: An der Tilsiter Straße begann der Bau einer neuen Siedlung, die so sehr aus Klimaschutzgründen bekämpft wurde. Die Initiative scheiterte, und es ist zu hoffen, dass sie mit ihren Befürchtungen nicht eines Tages Recht behält. Eine andere Initiative, wo Bürger 50 Jahre gegen Belastungen durch eine Schrottverarbeitung gekämpft haben, wurde von einem späten Erfolg gekrönt. Dieser macht allen Mut, die sich gegen Missstände lange wehren.