Erzieherinnen wollen ein Zeichen setzen

Die inzwischen fast 300 streikenden Mülheimer Erzieherinnen werden heute dem Jugendhilfeausschuss einen Besuch abstatten, wie die Gewerkschaft Verdi ankündigt. Dazu erklärt der Vorsitzende des Bezirksfachbereichs „Gemeinden“: „Das Thema Rückerstattung der Gebühren steht am Montag im Ausschuss auf der Tagesordnung. Wir erwarten, dass von diesem Ausschuss ein deutliches Signal der Ratsfraktionen ausgeht, wie sie zu dem Thema stehen. Wir stehen hier fest an der Seite der Eltern, von denen viele auf eine Rückerstattung angewiesen sind.“ Außerdem mache das Einbehalten der Gelder es für die Kommunalen Arbeitgeber attraktiver, den Streik weiter auf dem Rücken der Eltern auszusitzen, daher werde man den Druck erhöhen. Das gelte auch für den am 11. Juni tagenden Bildungsausschuss, bei dem es um die Gebührenerstattung des Offenen Ganztages geht. Auch Eltern wollen kommen.

Derweil vernetzen sich immer mehr Mülheimer Eltern, um den Druck auf den Arbeitgeber zu erhöhen. „Auf einem Elterninfoabend am Donnerstag im Haus Union haben Eltern aus einem Dutzend Kitas einen Einwohnerantrag auf den Weg gebracht. In diesem Antrag wird gefordert, dass der Rat beschließen soll, die während des Streiks gesparten Personalkosten in die Kitas zu investieren – und nicht zur Haushaltssanierung zu nutzen. Auch damit erhöht sich der Druck beim Arbeitgeber, zu einer schnellen Lösung mit den Streikenden zu kommen.“ Die Höhe der eingesparten Personalkosten will die Verwaltung derzeit nicht beziffern. Von durchschnittlich 120 Euro pro Tag und Erzieherin ist aber nach auszugehen.