Erst noch mal anpacken, dann einpacken

Für viele in der Stadt war es eine faustdicke Überraschung: Die Oberbürgermeisterin tritt ab. Am 20. Oktober endet ihre zweite und letzte Amtszeit. Selbst Menschen aus ihrem Umfeld rieben sich die Augen. So Bürgermeisterin Margarete Wietelmann, die die Nachricht kaum glauben konnte. Das Bedauern über den Rückzug ist groß, die Kritik war es zum Teil auch: Laut Lothar Reinhard (MBI) haben sich die Probleme unter der Ägide von Mühlenfeld so angehäuft wie in kaum einer anderen Kommune.


Nachfolger soll SPD-Parteivorsitzender Ulrich Scholten werden – ein Mann. Er wäre nicht der einzige im Revier, der auf eine SPD-Frau im Amte folgt: In Bochum verabschiedet sich Ottilie Scholz aus dem OB-Büro, in Hattingen Dagmar Goch. Das kann man durchaus bedauern, so wie Ulla Meurer, Landesvorsitzende der Ar­beitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF): Immer heiße es von der Führung, lasst Frauen ran, und dann geschehe doch nichts. Der Wunsch nach gezielter Frauenförderung, vielleicht gar einer Quote, ist nachvollziehbar. Man kann aber auch einfach darauf vertrauen, dass sich kompetente Frauen durch eigene Stärke durchsetzen.


Eine Baustelle möchte Dagmar Mühlenfeld noch fertigstellen, bevor sie geht: Sie möchte eine Lösung finden für den Kaufhof. Die Mülheimer drücken alle Daumen, dass das klappt! Zu hoffen ist auch, dass sich in einer anderen drängenden Frage bald etwas tut: Die 500 Flüchtlinge aus dem Kosovo, die bis Ende 2015 erwartet werden, sollen sich herzlich willkommen fühlen in unserer Stadt. Dafür braucht es dringend freie Wohnungen – vielleicht hat ja auch der eine oder andere Bürger noch eine gute Idee?


Reichlich Ideen hatten die Hockeyspieler, die am vergangenen Wochenende in Leipzig angetreten waren, und es waren viele gute dabei. Einzig das Glück fehlte. Zwei verlorene Penaltyschießen – und der Traum vom WM-Titel war geplatzt. Was blieb, glänzt trotzdem: Silber für die Frauen, Bronze für die Männer.