Das aktuelle Wetter Mülheim 2°C
Aus dem Gericht

Erpressung beim Umzug

18.08.2010 | 18:58 Uhr
Erpressung beim Umzug

Über ihre günstigen Umzugskosten von 900 Euro freute sich am 17. November 2008 sicherlich eine Frau aus Mülheim. Doch die Freude muss bald in Entsetzen umgeschlagen sein.

Als die Möbelpacker nämlich mit dem beladenen Lkw mit ihrem gesamten Hab und Gut vor der neuen Wohnung standen, weigerten sie sich auszuladen, drohten damit, die Möbel in ein Lager zu schaffen, wenn sie nicht eine neue Rechnung in fast dreifacher Höhe zahlt. 2645 Euro wollte einer von der Firma beauftragte Mitarbeiter haben. Die Frau zahlte.

Das Ganze hat sie einem Umzugsunternehmen zu verdanken, das unter anderem einen Sitz an der Aktienstraße hatte. Einer der beiden Chefs, ein 34-Jähriger aus Gelsenkirchen stand gestern wegen Erpressung vor dem Essener Landgericht und wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Im Zeitraum September 2006 bis Januar 2009 hat er gemeinsam mit seinem Onkel vor allem Kunden im Ruhrgebiet um ihr Geld gebracht. In der Anklage ging es um rund 60 Vorwürfe. Im Urteil beschränkte sich die Kammer auf 20 Fälle. Nach umfangreichen Rechtsgesprächen, war der Angeklagte geständig. Dafür belohnte ihn das milde Urteil.

Die Unternehmer warben mit tollen Angeboten. Zum Beispiel: Vier Männer für vier Stunden zum Preis von 184 Euro. Wer sich darauf meldete, bekam den Eindruck vermittelt, dass es sich um einen Festpreis handelte. Weit gefehlt, die überhöhte neue Rechnung gab es vor Ort. „Da würde ich einen Herzkasper kriegen“, meint Richter Martin Hahnemann mitfühlend. „Die konnten gar nicht anders“, erklärt er die Zahlungswilligkeit der Kunden, „da steht man mit dem, was man am Körper trägt, und ohne Möbel“. Wenige weigerten sich. Manchmal fuhr ein Packer gleich mit dem Kunden zur Bank. In einigen Fällen hielten die Umzugsleute bei Restzahlungen eine Waschmaschine zurück, oder ein Laptop oder eine Couch, diese zum Beispiel sahen die Besitzer niemals wieder. Der Angeklagte räumte ein, es bewusst darauf angelegt zu haben, die Kunden zu täuschen. Auch die Anweisung an seine Leute „ nicht zu schnell“ zu arbeiten, gibt er zu.

Im Umzugsgewerbe muss man ihn in Zukunft wohl nicht mehr fürchten. Anfang 2009 ging das Unternehmen in die Insolvenz. „Ich habe keine Chance mehr als Selbständiger“, erkennt der 34-Jährige. Die Gewerbeaufsicht wird sicher ein Auge darauf haben

Brigitte an der Brügge



Kommentare
19.08.2010
13:32
Erpressung beim Umzug
von VertrauenMussManSichVerdienen | #3

Wer es billig möchte - holt seine Freunde ... wer keine hat, sollte seinen Charakter überdenken ...

19.08.2010
10:06
Erpressung beim Umzug
von Egon Van Kersteren | #2

*********. Hatte den auch mal. Mit mir konnten die das nicht abziehen. hab die alle fünf brutal zusammen geschlagen. hehehe.

Bin ja nicht umsinst seit 15 Jahren im Bodybuilder verein.

Die wollten 4500 Euro für meinen 4 Zimmer umzug.

Gerne hau ich den noch mal eins aufs maul.

***** die!

19.08.2010
10:04
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Aus dem Ressort
Die meisten Mülheimer Schulen lassen liefern
Schulessen
Am liebsten würden sie alle selbst kochen, doch fehlt dafür oft die Küchenausstattung und vor allem das Geld. Die meisten Mülheimer Schulen lassen ihr Mensaessen liefern. Doch das steht nach einer Studie der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften in der Diskussion.
Rettung der Troostschen Weberei erfordert Kompromisse
Denkmalschutz
Es wird eine Denkmal-Rettung mit Kompromissen werden: Die Investor-Pläne für die wirtschaftshistorisch bedeutsame Troostsche Weberei in Mülheim werden mit leichten Änderungen nun noch einmal der Öffentlichkeit präsentiert. Es ist ein Baustart im Sommer 2015 angepeilt.
Polizei sucht nach vermisstem Patienten aus Mülheim
Vermisst
Ein 71-jähriger Mann wird in Mülheim vermisst. Er ist Patient im katholischen Krankenhaus und hat sein Zimmer letzte Nacht verlassen. Wegen seiner Krankheit und den Temperaturen rund um den Gefrierpunkt, spricht die Polizei von einer "akuten Gefährdung". Hubschrauber und Spürhunde im Einsatz.
Mülheimer Bildungseinrichtung fördert Hochbegabte
Bildung
Die gemeinnützige „Kluge Gesellschaft“ ist eine Einrichtung der anderen Art – nicht für junge Menschen mit schulischen Defiziten, sondern für Hochbegabte und sogenannte Hochleister, die „Fleißigen, die wissen, wo sie hinwollen“, so Heike Grüter-Hommerich.
Mülheimer setzen Aktion ,Stolpersteine’ fort
Kultur
Der Arbeitskreis Stolpersteine hat eine neue Info-Broschüre herausgebracht und bittet die Mülheimer Bürger um Vorschläge für künftige Gedenkstätten. 18 kleine, quadratische Platten erinnern in jedem Stadtteil an die Schicksale von 117 Männern, Frauen, Kindern.
Umfrage
In der Adventszeit setzt Mülheim alle Jahre wieder auf Vielfalt. DEN einen Weihnachtsmarkt gibt es nicht, stattdessen geht es an mehreren Stellen rechts wie links der Ruhr festlich zur Sache . Auf welchen Weihnachtsmarkt gehen Sie?

In der Adventszeit setzt Mülheim alle Jahre wieder auf Vielfalt. DEN einen Weihnachtsmarkt gibt es nicht, stattdessen geht es an mehreren Stellen rechts wie links der Ruhr festlich zur Sache . Auf welchen Weihnachtsmarkt gehen Sie?

 
Fotos und Videos
Mülheim gestern und heute
Bildgalerie
Zeitsprung
Drachenboot-Indoor-Cup
Bildgalerie
Wassersport
Deutsche Meisterschaft Standard Tänze
Bildgalerie
Fotostrecke
Rockerkrieg in NRW
Bildgalerie
Bilderchronik