Erinnerungen an 100 Jahre Frauenhilfe

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Styrum..  Unsere Geschichte beginnt diesmal am Ende. Und zwar mit dem Abschied der Ev. Frauenhilfe Styrum, die sich nach genau 100 Jahren im Dezember aufgelöst hat. Christa Michel engagierte sich 31 Jahre lang als Vorsitzende der Frauenhilfe. Jeden zweiten Mittwoch gestaltete sie ein Programm für die Damen der Immanuelkirche. Wenn sie an diese Zeit zurück denkt, sind es vor allem die Begegnungen mit den Menschen, die ihr in liebevoller Erinnerung bleiben.

Ihre Mutter hatte Christa Michel überredet, einmal mitzukommen. Schließlich war schon die Großmutter in der Frauenhilfe aktiv. „Ich muss etwa 45 gewesen sein“, sagt die heute 79-Jährige. Die Frauen waren freundlich, die Atmosphäre locker. Und so wurde der Mittwoch zum Frauenhilfe-Tag – für die nächsten 31 Jahre. „1983 wurde ich dann zur Vorsitzenden des Vereins gewählt. Damals war das schon ein Sprung ins kalte Wasser.“ Doch eine ältere Dame sprach ihr Mut zu. „Sie sagte, ‘das hast du aber gut gemacht’. Das hat mich unheimlich motiviert.“

Der damalige Pfarrer Heinz Schellberg organisierte die Treffen der Frauenhilfe, „er gestaltete den theologischen Teil des Nachmittages, acht Frauen und ich den Rest“, erinnert sich Christa Michel. Anfangs bestanden die Treffen hauptsächlich aus Lesestunden und Kaffeetrinken. Christa Michel gründete einen Bastelkreis und lud Referenten ein, etwa Ernährungsexperten, Kosmetikerinnen oder Menschen, die von karitativen Projekten berichteten. Für solche sammelten die Frauen stets Spenden. Zudem organisierte Christa Michel viele Tagesausflüge und Freizeiten. „Wir hatten immer viel Spaß, haben uns verkleidet und darüber gelacht.“ Überhaupt: „Der starke Zusammenhalt machte die Frauenhilfe aus.“ Christliche Werte wie Nächstenliebe lebten die Frauen in der Gruppe, die in der Spitze etwa 100 Mitglieder zählte. Wurde eine krank, besuchte eine andere sie, hatte eine Geburtstag, standen fünf morgens zum Ständchen auf der Matte. Ein soziales Netz im Stadtteil, das es heute nicht mehr gibt. Viele sind verstorben oder zu alt geworden, der Nachwuchs fehlt. „Da muss man irgendwann einen Schlussstrich ziehen.“

Aber ein Ende ist ja auch immer ein Anfang, daher blickt Christa Michel mit Zuversicht in die Zukunft. Sie will nun viel reisen. Wie früher mit den Frauen, zum Attersee oder nach Kiens in Südtirol. Außerdem gibt es schon einen neuen Treff für Senioren: Die „Immanuel-Nicht-Feiglinge“ treffen sich unter Leitung von Pfarrer Michael Manz zweimal im Monat an der Albertstraße. Immer mittwochs – das bleibt.