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Bürgerentscheid

Erhalt oder Schließung ?

19.04.2012 | 17:20 Uhr
Foto : Fabian Strauch / WAZ FotoPool

Mülheim. Um Erhalt oder Schließung der Hauptschule in Eppinghofen geht es Sonntag beim Bürgerentscheid . Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie viele Schüler sind an der Hauptschule Bruchstraße angemeldet werden?

Zum nächsten Schuljahr wurden 19 Schüler angemeldet, zwei Schüler sollen das Schuljahr wiederholen. Damit könnte die Hauptschule eine Eingangsklasse bilden .

Genehmigt die Schulaufsicht Schulen mit nur einer Eingangsklasse?

Das Schulgesetz verlangt mindestens zwei Parallelklassen pro Jahrgangsstufe für Hauptschulen. Eine Einzügigkeit wird toleriert, wenn die Entfernung zur nächsten Hauptschule als unzumutbar angesehen wird. Die Entfernung zur nächsten Hauptschule in Dümpten gilt als zumutbar. Weitere Ausnahme: Die Fortführung der Schule ist für die soziale und kulturelle Entwicklung von Bedeutung. Eine Auslegungssache, die entsprechend unterschiedlich bewertet wird.

Geht es bei dem Bürgerentscheid um die besagte Hauptschule oder um den Schulstandort?

Der Bürgerentscheid kann nur einen Ratsbeschluss revidieren, und der besagt Schließung der Hauptschule. Für das Bündnis für Bildung ist jedoch der Erhalt des Hauptschulstandortes deshalb wichtig, weil man dort eine weiterführende Schule anderer Art in Zukunft sieht.

Könnte aus dem Schulstandort Hauptschule Bruchstraße eine andere Schulform gemacht werden, die größeren Zulauf erhielte?

Im Prinzip ja. Eine Gesamtschule oder Sekundarschule wäre dort möglich. Doch dazu müssten die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden und die entsprechenden Schülerzahlen gewonnen werden. Für eine Sekundarschule mindestens 75 Kinder pro Jahrgang, für eine Gesamtschule mindestens 100, und das auf längere Sicht.

Welche Prognosen gibt es für die Schülerzahlen an Hauptschulen?

Experten gehen von einer weiteren deutlichen Abnahme der Schülerzahlen aus, im Vorjahr wurden 63 Schüler an den Hauptschulen angemeldet, in diesem Jahr 51.

Besuchen vor allem Schüler aus Eppinghofen die Hauptschule an der Bruchstraße?

Nein. Die Statistik der Stadtverwaltung aus den letzten Jahren weist aus, dass nur etwa die Hälfte der Kinder von Grundschulen aus dem direkten und erweiterten Umkreis kommt.

Demo gegen Schulpolitik

Müssen bei Schließung der Hauptschule die Kinder die Schule verlassen?

Nein. Die Schule wird es noch ein paar Jahre geben. Erfahrungen an anderen Standorten und in anderen Städten zeigen jedoch, dass die letzten verbleibenden zwei Jahrgänge dann aus organisatorischen Gründen (Lehrerversorgung) an eine andere Schule dieser Schulform wechseln.

Ist die Hauptschule überaus erfolgreich bei der Vermittlung der Schüler in eine Ausbildungsstelle?

Nach Angaben der Schulleitung erhalten 64 Prozent der Schüler einen Ausbildungsplatz, ein landesweiter Spitzenwert.

Ist die Hauptschule deshalb so baufällig, weil sie über viele Jahre vernachlässigt worden ist?

Ja. Notwendige Sanierungen wurden von großen Teilen der Politik über Jahre nicht in Auftrag gegeben, weil an der Stelle für 40 Millionen Euro eine Zukunftsschule entstehen sollte. Dazu wollte die Stadt gut acht Millionen beisteuern. Es gelang ihr jedoch nicht, über mehrere Jahre das restliche Geld zu erhalten. Das Projekt wurde daher von CDU, FDP, Grünen, und MBI gestoppt.

Stehen die acht Millionen für die Hauptschule noch zur Verfügung?

Nein. Das Geld wurde dem allgemeinen Schulhaushalt zugeführt.

Was würde die Sanierung der Hauptschule Eppinghofen kosten?

Der Immobilienservice der Stadt hat 2010 die Summe von 5,844 Mio Euro ermittelt. Für die Umsetzung der Sanierungen werden drei Jahren veranschlagt. Start könnte 2013 sein, wenn Begutachtungen und Baugenehmigungen vorliegen. An jährlichen Betriebskosten werden für die Schule 326 000 Euro veranschlagt.

Könnte die Stadt das Geld dafür aufbringen?

Nach Darlegungen des Kämmerers ja. Bei Erhalt der Bruchstraße wäre die Erweiterung der Hauptschule in Dümpten nicht erforderlich, in den Jahren 2012 /2013 ließen sich dort 450 000 Euro einsparen. Der Kämmerer nennt zudem noch nicht verplante Mittel für die nächsten Jahre bis 2015 von 5,2 Millionen Euro. Diese Gelder würden aus dem sogenannten Feuerwehrtopf (für akut auftretende Schäden an Schulen), aus dem Topf für Brandschutzmaßnahmen, aus dem Topf für Fachraumsanierungen und sonstigen Baumaßnahmen genommen. Auch geschätzte Verkaufserlöse aus Grundstücken führt der Kämmerer an.

Hätte die Sanierung der Hauptschule Bruchstraße Konsequenzen für andere Schulen in Mülheim?

Ja. Die Verwaltung erklärt, alle Informationen der Parteien zum Bürgerentscheid auf den Wahrheitsgehalt überprüft zu haben. Darin heißt es: „Dringend erforderliche Sanierungen an anderen Mülheimer Schulen müssten auf lange Sicht verschoben werden.“ Es sei denn, die Politik entschließt sich, den Schulhaushalt deutlich aufzustocken, indem sie etwa Finanzmittel aus dem Straßenbau abzieht.

Andreas Heinrich

Kommentare
20.04.2012
17:16
Ich stimme für die Schließung
von ruhrgebieti | #3

Es gibt kaum noch Anmeldungen für die Schule und immer weniger Kinder in Mülheim.

Aber wenn darauf mal so reagiert werden soll, wie man muß, sagen...
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Erhalt oder Schließung ?
Erhalt oder Schließung ?
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http://www.derwesten.de/staedte/muelheim/erhalt-oder-schliessung-id6571254.html
2012-04-19 17:20
Hauptschule Bruchstraße, Hauptschule Eppinghofen, Kämmerer, Schulschließung, Schulstandort, Lehrer, Schüler
Mülheim