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WAZ-Serie: Selbsthilfe

Erfahrungsaustausch

19.01.2009 | 16:16 Uhr

Die Männer in der Selbsthilfegruppe sprechen über das Leben ohne Prostata, über den Verlauf, über Schmerzen und Lebensqualität. Informationsvermittlung zur Vorsorge ist ihnen besonders wichtig

Von der Prostata spricht Mann nicht. Wenn das Wasserlassen ein Problem wird, liegt es fast sicher an der Prostata. Spätestens dann sollte ein Mann mit dem Arzt sprechen, über seine Prostata. Denn: Mit ca. 50 000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Prostatakrebs der bei Männern am häufigsten auftretende Krebs, in 10 bis 15% aller Fälle mit tödlichem Verlauf.

Die Männer, die sich in der Prostata-Selbsthilfegruppe treffen, erfüllen Klischees über männliche Sprachlosigkeit nicht. Sie wissen, der Verlauf der Erkrankung ist in 30 Fällen 30mal anders. Sie wissen auch: „Eine Sache auszusprechen heißt, ihre Kraft bewahren und ihren Schrecken nehmen.” (Fernando Pessoa).

Darum gehen sie in Achtsamkeit miteinander in den Austausch über das Leben ohne Prostata, über den Verlauf ohne OP, über Schmerzen und Lebensqualität. Dabei ist ihnen wichtig, zu vermitteln: „Ich bin davongekommen”. Das soll anderen auch gelingen, deshalb legt die Gruppe einen Schwerpunkt auf Informationsvermittlung zur Vorsorge. Und: „Krebs soll nicht im Mittelpunkt stehen, so viel Platz soll er sich gar nicht nehmen dürfen.”

Die Gruppe trifft sich jeden 2. Montag im Monat im St. Marien-Hospital. Informationsabende mit Fachreferenten und Fragestunden mit Medizinern wechseln mit Gesprächsrunden ab, in denen die eigenen Erfahrungen im Mittelpunkt stehen. Das gibt Sicherheit im Umgang mit Therapien und vermittelt die neuesten Behandlungsmethoden.

Die psychische Unterstützung unter Betroffenen gibt die Zuversicht zurück. Der Prostata-Bundesverband der Selbsthilfe stärkt den Betroffenen über seine Interessenvertretung den Rücken, bis hinauf in die Bundesministerien.

Zu den Treffen eingeladen sind alle Männer, bei denen der Arzt eine Erkrankung der Prostata festgestellt hat, aber auch Menschen mit Informationsbedarf, auch die Partner.

Aufgerufen zur Vorsorgeuntersuchung sind alle älteren Männer. Spätestens ab dem 55. Lebensjahr sollte jeder Mann seinen PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen) kennen, er ist nach Ansicht vieler Fachärzte der beste bekannte Krebsmarker. Auf Veränderungen dieses Wertes kann dann frühzeitig reagiert werden, damit möglichst viele „davonkommen”. vdB

» Kontakt: 4665 053. Weitere Infos: Hotline Bundesverband 0180/52 87 574 oder Selbsthilfebüro Mülheim 300 48 14

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