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Er streitet mit Weitblick für die Stadt

20.01.2015 | 18:44 Uhr
Er streitet mit Weitblick für die Stadt
Dezernent Peter VermeulenFoto: MÜLLER, Oliver

Mülheim.   Peter Vermeulen: In dieser Stadt lässt sich viel Positives für die Zukunft bewegen, Politiker und Verwaltung müssen nur den Mut dazu haben. Nicht jeder kann ihm folgen.

Von seinem Büro aus hat er die Stadt im Blick: Den Dickswall, das Forum mit seinem Glasdach, die Rheinische Bahntrasse, den Hauptbahnhof, den Tourainer Ring und andere Baustellen. Dabei wirkt Peter Vermeulen gar nicht abgehoben. Im letzten Jahr war er sehr häufig bei den Menschen vor Ort.  „Kann ich etwas für die Mülheimer erreichen, versuche ich ihnen zu helfen“, sagt der Dezernent für Umwelt, Planen und Bauen und fügt hinzu: „In dieser Stadt lässt sich viel Positives für die Zukunft bewegen, Politiker und Verwaltung müssen nur den Mut dazu haben.“

Vermeulen, sagen Wegbegleiter, bringe diesen Mut mit. Er wechselte vor drei Jahren vom Bildungs- und Kulturdezernat in den Umwelt- und  Baubereich. „Als ich 2006 Kulturdezernent in Mülheim wurde, war es für mich schwer, in der Verwaltung Fuß zu fassen und akzeptiert zu werden. Meine Wiederwahl war der Beweis dafür, dass wir in allen Ämtern gute Arbeit geleistet haben.

Gewohnheiten abgeschafft

Der in Krefeld wohnende hat als ehemaliger Unternehmensberater mache Abläufe in der eingefahrenen Verwaltung in Frage gestellt und neu strukturiert. Das brachte ihm Ärger, weil er Gewohnheiten abgeschafft, neue Sichtweisen empfohlen hat. Im Dezernat VI setzt der Beigeordnete heute auf eine Mannschaft, die sich für eine lebenswerte Stadt mit Arbeitsplätzen einsetzt.

„Der analysiert gut, arbeitet verbindlich und zielorientiert“, hört der Reporter über Vermeulen nicht nur im Aufzug des Technischen Rathauses. Er hat jede Vorlage für Bezirksvertretung und Rat gelesen, ehe er sie unterschreibt und damit die Verantwortung übernimmt. „Verstehe ich eine Darstellung nicht“, verweigert er seine Signatur, bis alles klar ist – in Planungs- und Bausachen nicht leicht. Freundlich ist sein Umgangston im Büro.

Geht es ihm um richtungsweisende Verbesserungen für die Stadt, ist Peter Vermeulen unbequem. Dann holt sich der Christdemokrat parteiungebunden Mehrheiten ohne die stärkste Fraktion im Rat – zum Beschluss des Bildungsentwicklungsplans 2011. Von Lehrern ließ er sich da nicht belehren. Bald erhält der Rat wieder ein Ämter übergreifendes Papier, das die Zukunft der Spielplätze darstellt und bewertet.

Gute Lösung erreicht

Das Aufwerten der City treibt der Baudezernent ebenso voran. „Für den Kaufhof haben wir eine gute Lösung erreicht. Ich glaube nicht, dass unser jetziger Partner abspringt. Ältere Menschen brauchen kurze Wege von ihrer Wohnung zu Ärzten und Geschäften und können das bezahlen. Studentenzimmer bieten wir besser im SWB-Haus, Hans-Böckler-Platz 3, oder privat an.“

Mehr neue Bäume möchte Vermeulen nach Orkan „Ela“ pflanzen. „Mülheim muss sein grünes Gesicht behalten. Also müssen wir daran arbeiten, das wieder herzustellen.“ Dafür brauchen seine Ämter gute Mitarbeiter. Dass solche im Rathaus ausgebildet würden, zeigten die, die in anderen Städten Karriere machten. Umgekehrt lösten Stellenbesetzungen von außen Verkrustungen.

Vermeulen hat in vielen Ländern Europas Menschen beraten, bevor er als Beigeordneter nach Mülheim kam. Darum sind dem Vater dreier Kinder Erbsenzählerei und Kleinkariertheit fremd. „Man muss Beschlüsse fassen, die in 20 Jahren noch Bestand haben – auch wenn sie jetzt unbequem wirken“, lässt er sich seinen Weitblick von Populisten nicht verstellen.

Und in Krefeld? Dort schickt die CDU ihn als Oberbürgermeisterkandidat ins Rennen. Wird er am Rhein gewählt, „habe ich es schwerer als hier in Mülheim.“ Einige hoffen, „dass er es schafft“. Verliert er die Wahl in der Seidenstadt, bleiben ihm schicke Krawatten und der Job an der Ruhr. Viele in seiner Umgebung wünschen, dass er bleibt – mit klaren Bewertungen, denen nicht alle  folgen können.

Frank-Rainer Hesselmann

Kommentare
21.01.2015
09:02
Er streitet mit Weitblick für die Stadt
von dirkrunkel | #3

Was soll dieser Artikel?

Sorry, aber dieser Lebenslauf sagt überhaupt nichts aus. Unternehmensberater kann jeder machen - die kommen mit ihren...
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2015-01-20 18:44
Mülheim, Peter Vermeulen, Politik,
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