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Eklat um Fassbinders "Der Müll, die Stadt und der Tod"

17.09.2009 | 06:48 Uhr

Mülheim. Nun ist er doch da, der Eklat um das umstrittene Fassbinder-Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod”. Der Zentralrat der Juden und die Jüdische Gemeinde appellieren eindringlich an Theaterchef Roberto Ciulli, das Stück vom Spielplan zu nehmen. Im Theater zeigt man sich überrascht.

Nun ist er doch da, der Eklat um das umstrittene Fassbinder-Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod”. Der Zentralrat der Juden und die Jüdische Gemeinde appellieren eindringlich an Theaterchef Roberto Ciulli, das Stück vom Spielplan zu nehmen. Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden Deutschland, Jacques Marx, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen und Geschäftsführer Michael Rubinstein appellieren eindringlich an Roberto Ciulli, das Stück abzusetzen.

Nach Gesprächen und Probenbesuch im Theater kamen sie zum Schluss: „Der Versuch, dem Stück, .... eine aufklärerische Zielsetzung zu verleihen, die Antisemitismus entlarvt und damit bekämpft, muss als gescheitert angesehen werden”, heißt es in einer Stellungnahme. Das Theater solle sich dies eingestehen und „aus Respekt vor den wenigen Überlebenden des Holocaust und der Millionen Toten auf die Aufführung verzichten”, fordern Marx und Kramer.

Bemühungen fruchten nicht

Trotz aller Bemühungen des Regisseurs, das Gegenteil zu bewirken, „bleibt der Zuschauer mit dem Bild eines reichen, raffgierigen und zerstörerischen Juden zurück, der sein Werk noch dazu auf dem Fundament des Schuldvorwurfs gegen Deutschland vor dem Hintergrund des Holocausts heimtückisch verrichtet”, so Kramer.

Im Theater ist man von der heftigen Reaktion überrascht. Nach Gesprächen „war das Resultat des eigentlich konstruktiven Dialoges ein anderes”, heißt es in einer Presseerklärung. Im Gegensatz zu Zentralrat und Jüdischer Gemeinde ist das Theater „dennoch der Meinung, dass es der Aufführung gelingt, bewussten und unbewussten Antisemitismus als ein nach wie vor vorhandenes Faktum der bundesrepublikanischen Wirklichkeit festzustellen”.

Näher wollen sich Roberto Ciulli und Helmut Schäfer bei der Matinee am 20. September, 12 Uhr, äußern.

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Margitta Ulbricht

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Kommentare
18.09.2009
08:05
Eklat um Fassbinders Der Müll, die Stadt und der Tod
von vielfahrer | #1

Es ist kein Antisemitismus, wenn man feststellt, dass Juden in Deutschland nicht kritisiert werden dürfen. Theater darf heute alles, auch christliche Werte verletzen (in anderenStücken und Theatern), aber bloß nicht mal das. Das Theater an der Ruhr hat aber gute Beziehungen zum Iran, da liegt für manche vielleicht der Verdacht nahe, moslemfreundlich und somit antisemitisch zu sein.

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