Einsturzgefahr am Schloß Broich in Mülheim ist gebannt
08.03.2011 | 18:29 Uhr 2011-03-08T18:29:00+0100
Mülheim. Die Sanierungsarbeiten am Schloß Broich in Mülheim sind vorerst beendet - Einsturzgefahr besteht nicht mehr. Das Gewicht des Gemäuers wird jetzt durch ein Holzkonstrukt gehalten. Bevor weiter saniert werden kann, braucht es einen Prioritätenplan.
Die Einsturzgefahr am Schloß Broich ist gebannt, die Gerüste ums Gemäuer werden in den nächsten Tagen abgebaut. Was bleibt, ist ein Korsett aus Holz, das die Steine in Position halten soll. Damit die „Holzlatten“, wie Heike Blaeser-Metzger für die Schlossherrin MST es nennt, das massive Gewicht des Gemäuers auch wirklich halten können, wurden 600 Kernbohrungen vorgenommen, um das Holz richtig zu verankern wird. Dieses „verbarrikadierte“ Aussehen wird das Broicher Schloß 2011 behalten, denn bevor weiter saniert werden kann, muss ein Prioritätenplan erstellt werden. Das, sagt Bauwerksanierer Dr. Ägidius Strack, wird das gesamte Restjahr in Anspruch nehmen.
100.000 € waren für die „Maßnahme zur Notsicherung“, also das Holzkorsett, geplant; die Rechnung landete just gestern auf dem Schreibtisch Heike Blaeser-Metzgers und sie vermeldet: „Wir sind im Kostenrahmen und sogar darunter beblieben.“
Weitere Bohrungen geplant
Was nun kommt, ist jedoch der weitaus umfangreichere und kostspieligere Teil. Und das macht zunächst weitere Untersuchungen nötig, um, so Dr. Ägidius Strack, herauszufinden, „was konkret zu machen ist“. Hat man dies ermittelt, werden die nötigen Maßnahmen nach ihrer Dringlichkeit sortiert. Nur diese „Priorisierung“, sagt Strack, bringe „belastbare Zahlen“, und erst mit diesen können die nötigen Fördermittel beantragt werden. Dies sind die Aufgaben für 2011.
Für die kommenden Untersuchungen sind die Gerüste nicht nötig, sie werden vorerst wieder abgebaut. Denn, sagt Heike Blaeser-Metzger, ein Jahr lang unnütz Gerüste zu mieten, „ist viel zu teuer“. Nun gilt es das Gemäuer zu untersuchen, undichte Stellen zu prüfen, weitere Bohrungen vorzunehmen. Denn aktuell ist laut Dr. Ägidius Strack nur eines klar: „Besser wird’s nicht mehr, es sei denn, wir tun was.“

17:08
Ein Jahr für die Vorbereitungsuntersuchungen zur Reparatur einer Mauer ? Schlimmer gehts nimmer. In der Zeit bauen die Chinesen eine ganze Stadt.
08:25
Warum wird der Koloss nicht einfach abgerissen? Würde schöne freie Fläche entstehen.
Außerdem könnte Frau Sander auch auf dieser Seite der Ruhr die Straßen auf geschwindigkeitsfreundliche 8 Spuren in jeder Fahrtrichtung verbreitern.
22:32
Nichts ist für die Ewigkeit. Es ist nun mal so, dass alle von Menschen errichteten Gebäude mit der Zeit zerfallen - es sei denn, man pflegte und sanierte sie regelmäßig, und nicht erst wenn schon Einsturzgefahr besteht.