Das aktuelle Wetter Mülheim 15°C
Innenstadt

Einkaufspassage im Dämmerzustand

19.08.2008 | 15:59 Uhr

Der Schlosspassage aus den 1970ern täte eine Renovierung gut

Von Ellen Andresen und Dennis Götzen

Wer auf der Schlossstraße bummeln geht, muss schon genau hinschauen: gut versteckt zwischen der Schloss-Apotheke und der Bäckerei „Backfactory” liegt der Eingang zur Schlosspassage, auch als Schloss-Center bekannt. Nur selten trifft man in dem im Dämmerlicht liegenden Einkaufs-Tunnel auf vereinzelte Passanten. Dementsprechend hat sich auch bei den Ladenbesitzern große Unzufriedenheit breit gemacht. Insgesamt sechs Fachgeschäfte versuchen sich hier finanziell über Wasser zu halten. Spürbar verschlechtert habe sich deren Situation noch mehr, seitdem der Extra-Supermarkt im vergangenen Herbst ausgezogen sei. Auch die Händler lebten von den Supermarktkunden.  Doch nicht nur dieses Ladenlokal steht leer. Auch der Hip-Hopper-Laden „Streetstyle” am Eingang Viktoriaplatz konnte sich nicht lange halten: Seit Jahresbeginn herrscht hier ebenfalls gähnende Leere. Die Ladenbesitzer klagen allesamt über das gleiche Problem: sie finanzieren sich fast ausschließlich über gezielte Stammkunden, Laufkundschaft ist kaum noch zu verzeichnen. Das liege zum einen auch an dem erneuerungsbedürftigen Zustand der Passage selbst, die in den 1970ern entstanden und seitdem offensichtlich nicht modernisiert worden sei.  Zum anderen fehlen wie dem Schönheitssalon „Ramah Fashion” die Mittel für gute Werbung, denn wie heißt es so schön: Ohne Kunden keine Werbung, ohne Werbung keine Kunden.” Die Stoffhandlung Müller kann immerhin mit Werbeschildern in der Fußgängerzone auf sich aufmerksam machen. Aber: „Seit 30 Jahren hat sich hier nichts getan”, beklagt Inhaberin Renate Müller. „Leider nichts Neues” kann Citymanager Dennis Fischer zur Zukunft der Schlosspassage beitragen. Das Gerücht – das derzeit bei den Händlern kursiert – es gebe einen neuen ausländischen Investor, kann er nicht bestätigen. „Anfang des Jahres hat die englische Firma „Reit” mit Sitz in München den Komplex gekauft. Beim ersten gemeinsamen Treffen kam seitens der Engländer der Vorschlag, die Fassade sowohl innen als auch von außen zu renovieren”, so Fischer. Allerdings fehle durch den leer stehenden Extra-Markt die Kernmiete. „Der Zuschnitt und die Lage des Lokals ist unmöglich zu vermieten und schwer zu vermarkten. Zwar gab es Angebote, dort ein Spiel-Casino zu errichten, aber so etwas hat in der Innenstadt nichts zu suchen”, findet der Citymanager. Bis dato warten Dennis Fischer und die Stadt Mülheim, die ebenfalls ihre Hilfe angeboten hat, auf ein weiteres Gespräch und neue Vorschläge der Firma. „Es muss etwas passieren. Eigentlich ist dasSchloss-Center ein sehr interessanter Standort, gerade durch die Neugestaltung des Viktoriaplatzes mit dem Medienhaus ist die Passage ein richtiges Bonbon auf der Ecke. Aber ohne weitere Investitionen und Mehrkosten geht hier gar nichts.” Wenig Entwicklungspotenzial gebe es derzeit. „Die Haupteinnahmen kommen von den Praxen und Wohnungen in den darüber liegenden Etagen. Aber das ergibt Plus Minus Null. Daher müssen wir abwarten.” Wie lange sich die Firma auf diesem Niveau halten kann, dahinter setzt er ein Fragezeichen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber momentan ist die Schloss-Passage tot, so schade es ist.”


Kommentare
20.08.2008
15:26
Einkaufspassage im Dämmerzustand
von zweizueins | #1

hat der city manager nicht letztens noch was von gastronomie mit ausplätzen erzählt als es um den abriss der der bude unten am victoriaplatz.ging..das hat sich damals so gelesen als wäre alles schon vermietet im schlosscenter

Aus dem Ressort
Eltern sollten Mediensucht ihrer Kinder ernst nehmen
Mediensucht
Nächtelanges Zocken und kaum soziale Kontakte: Der Mülheimer Suchtexperte Hans-Jürgen Haak von der Ginko-Stiftung mahnt Eltern, die Mediensucht ihrer Sprösslinge ernst zu nehmen. "Viele Eltern haben immer noch keine Ahnung, wie Computer-Spiele funktionieren", sagt Haak im WAZ-Interview.
Partnerschaft von Mülheim und Oppeln seit 25 Jahren
Städtepartnerschaften
In diesem Jahr feiert die Städtepartnerschaft von Mülheim und Oppeln (Polen) ihren 25. Geburtstag. Adam Wagemann, Leiter des Mülheimer „Kompetenzteams Oppeln“, freut sich auf das Jubiläumsjahr. Er lässt die Städtepartnerschaft Revue passieren.
An Ostern sind die Osterglocken dieses Jahr schon verblüht
Natur
Durch den milden Winter ist die Natur weiter als gewöhnlich – und nicht nur die Narzissen sind längst verblüht. Im Gespräch erklärt Gärtnermeister Christof Rumbau, was zurzeit im Garten zu tun ist – und was man besser lassen sollte.
Der jüngste Ratskandidat in NRW ist sehr pragmatisch
Kommunalwahlen
Gestatten, Vogelsang, Jan Vogelsang, 18 Jahre alt. Der Schüler hat gute Chancen, bald für die SPD im Mülheimer Stadtrat zu sitzen. Der Hannelore-Kraft-Wahlkampf 2010 hat ihn politisiert. Doch Jan Vogelsang will nicht die Welt verbessern. Für ihn ist Politik: das Management der Mehrheitsfindung.
Zwilling und Awo vergleichen sich
Arbeiterwohlfahrt
Die fristlose Kündigung von Adelheid Zwilling durch die Arbeiterwohlfahrt vor einem Jahr war hoch umstritten und geriet auch zu einem Stolperstein für den Rücktritt des SPD-Vorsitzenden Lothar Fink. Jetzt haben sich beide Seiten auf einen Vergleich geeinigt, der vor allem Zwilling freuen dürfte.
Sollte es Anwohner-Parkplätze geben?
Die Klagen von Anwohnern, die morgens, mittags, und vor allem abends in ihren Wohnquartieren nach einem Parkplatz suchen, verstummen nicht. Gerade in der Altstadt wird das Problem zeitweise als massiv empfunden. Was meinen Sie, sollte es Anwohner-Parkplätze in Mülheim geben?

Die Klagen von Anwohnern, die morgens, mittags, und vor allem abends in ihren Wohnquartieren nach einem Parkplatz suchen, verstummen nicht. Gerade in der Altstadt wird das Problem zeitweise als massiv empfunden. Was meinen Sie, sollte es Anwohner-Parkplätze in Mülheim geben?

 
Fotos und Videos
Verpuffung am Rhein-Ruhr-Zentrum
Bildgalerie
Großeinsatz
Neubau Gymnasium Broich
Bildgalerie
Schule
Abiparty in Mülheim
Bildgalerie
Party
medl-Nacht der Sieger
Bildgalerie
Sportshow