Eine von Neun
21.07.2010 | 15:32 Uhr 2010-07-21T15:32:00+0200
Acht Frauen und ein Mann tun seit 2007 viel dafür, die Altentagesstätte an der Hügelstr. 34 in Winkhausen am Leben zu halten – und haben so frischen Wind in den Altenverein Mülheim-Nord gebracht.
Eine der Hauptverantwortlichen ist die 62-jährige Inge Strunck.
Anerkennung, die sie zwar gerne entgegennimmt, die je-doch niemals für sie alleine gelten könne. „Das Ganze ist nur möglich durch unsere Mannschaft, die hier toll zusammenarbeitet“ erzählt sie. Dementsprechend verstehe sie auch ihre Nominierung als stellvertretend für alle ehrenamtlichen Helfer im Verein. Gefunden hatte sich die Gruppe, als der Verein vor einigen Jahren aufgrund mangelnden Nachwuchses kurz vor dem Aus stand. Über das Mülheimer Centrum für Bürgerschaftliches Engagement (CBE) konnten damals Ehrenamtliche gewonnen werden, die den Verein bis heute am Leben halten und ihn revitalisierten.
60 Mitglieder hatte der Verein damals, heute sind es etwa 160. Dass damit auch sehr viel Arbeit verbunden ist, versteht sich von selbst. Zwischen 15 und 20 Stunden jede Woche investiert Inge Strunck ehrenamtlich für die Senioren. Dazu gehören wöchentliche Veranstaltungen wie der Kaffeetisch, Ausflüge und viele Feste. Bei der rasant gestiegenen Mitgliederzahl werde es da schon mal eng in den Räumlichkeiten der Altentagesstätte.
Neben der direkten Arbeit mit den Gästen kümmert sich Strunck als Kassiererin auch um den gesamten Bereich der Buchhaltung, was nach mehr als 40 Jahren Berufserfahrung im Personalwesen nicht verwundert. Ein nicht so leichter Teil dieser Arbeit ist die Spen-denakquise. „Es ist sicher schwerer geworden Geld zu erhalten, doch wir tun, was wir können.“
An erster Stelle ist es jedoch immer der Umgang mit den Gästen und den Mitgliedern, der ihr großen Spaß mache. Auch wenn dieser auch schon mal anstrengend werde. „ Der Kaffee kostet zwar nur 50 ct, dennoch gibt es den einen oder anderen, der dadurch ein gewisses Anspruchsdenken entwickelt“, schmunzelt Inge Strunck. Da werde auch schon mal vergessen, dass ja alle Helfer ehrenamtlich arbeiten und die Einnahmen dem Verein zugute kommen. Doch das sei die Ausnahme. Denn es ist vor allem die Anerkennung und die Dankbarkeit der Menschen, die ihre Arbeit so lohnenswert mache. Genau das sei der Unterschied zu ihrem ehrenamtlichen Engagement in der Vergangenheit. „Ich habe früher Karten für Unicef verkauft, doch hier sieht man viel direkter die Ergebnisse seiner Arbeit.“ Da kann es die Speldorferin auch verkraften, dass sie als Rentnerin ja eigentlich „jede Woche mit Freunden im Café sitzen wollte.“
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Kaffee und Kuchen bekommt sie dennoch zur Genüge zu sehen. Etwa 600 Kuchen wurden von ihr und ihren Mitstreitern im vergangenen Jahr gebacken. Durchaus eine Umstellung, immerhin esse ihr Mann nicht so gerne Kuchen, und sie habe daher zuvor nicht so viel gebacken.
Dass es für sie auch in Zukunft noch weitergeht mit der Arbeit im Verein, steht für sie fest. Doch für mehr als ein paar Jahre festlegen wolle sie sich nicht. Immerhin beanspruche die Tätigkeit schon einen gewissen Zeitaufwand. Dazu gehöre auch ein Stück Perfektionismus. Zwar könne der Verein mit seinem Budget keine riesigen Sprünge machen, doch wenn man schon viel Arbeit in etwas investiert, wolle man ja auch dass es so gut wie möglich wird. Dass dies dem neunköpfigen Team oft gelingt, dafür ist die beinahe Verdreifachung der Mitglieder in nur drei Jahren mehr als ein Indiz.

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