Eine Kunst für alle Sinne
22.04.2009 | 18:17 Uhr 2009-04-22T18:17:00+0200Das Projekt „Kita macht Kunst” soll Vorschulkindern Umwelt, Natur und Kultur näher bringen. Auch vier Künstler sind beteiligt.
Eifrig greifen kleine Hände nach Leder- und Fellstückchen, laden Blätter und grüne Papierfäden, die wie Gras aussehen, auf ihre weißen Pappteller. Martin schmiert Kleber auf ein Stück Tapete, befestigt schwarze Lederstücke darauf. „Das ist ein Elefant”, sagt der Fünfjährige. Die Kinder des Kath. Kindergartens „Heilig Geist” in Holthausen tummeln sich im Leder- und Gerbermuseum, sammeln künstlerische Erfahrungen mit allen Sinnen.
Insgesamt zehn Mülheimer Kindertagesstätten nehmen am Pilotprojekt „Kita macht Kunst” teil. „Es findet im Rahmen des Projekts „Kulturelle Bildung im Elementarbereich” des Landes NRW statt. Dafür haben wir eine Förderung in Höhe von 45 000 Euro bekommen”, erklärt Cornelia Schwabe, Kulturreferentin der Stadt Mülheim.
Das Projekt „Kita macht Kunst” soll Vorschulkindern Umwelt, Natur und Kultur näher bringen. Neben dem Haus Ruhrnatur und dem Leder- und Gerbermuseum beteiligen sich vier Künstler am Projekt: Bildhauerin Harriet Wölki, Künstlerin Rona Nekes, Künstler und Fotograf Lubo Laco und Designer und Illustrator Kevin Rupprecht. „Ich habe vorher noch nie mit Kindern zusammengearbeitet. Meine anfängliche Angst war unbegründet. Alles lief besser als erwartet”, sagt Rupprecht.
Das Projekt besteht aus einzelnen Modulen. Diese kann jede Kita selbst auswählen. „Bei einer spielerischen Führung durch das Haus Ruhrnatur sowie das Leder- und Gerbermuseum wird begonnen. Die Kinder bekommen so einen ganz anderen Zugang zum Museum. Sie merken, dass es nicht langweilig ist, sondern Spaß macht”, so Museumspädagogin und Projektleiterin Petra Stephanblome vom Haus Ruhrnatur. Nach der Führung können sie die im Museum gesammelten Eindrücke künstlerisch umsetzen. „Von der Kuh zum Leder”, „Wir entdecken unsere Umwelt mit allen Sinnen” und „Wir arbeiten mit Naturmaterialien” heißen einige der angebotenen Module, die die Künstler zusammen mit den Kindern bearbeiten. „Wir haben Pinsel gebaut aus Stöcken und Federn und Farben etwa aus Curry selbst gemischt. Das sprach alle Sinne an und bezog sich auf das in den Museen Gelernte”, so Rupprecht.
Auch Peter Vermeulen, Dezernent für Schule und Kultur ist vom Projekt begeistert: „Es ist faszinierend, wie Kinder an ein „Erwachsenenmuseum” herangeführt werden und dass es durch das Element des spielerischen Lernens viel leichter ist, als man vielleicht denkt.”

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