Einbrüche: Saarn gefühlt unsicherer als andere Stadtteile

Die Zahl der Einbrüche steigt. Aber in Saarn ist es nicht unsicherer als in anderen Stadtteilen, meldet die Polizei.
Die Zahl der Einbrüche steigt. Aber in Saarn ist es nicht unsicherer als in anderen Stadtteilen, meldet die Polizei.
Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Beim WAZ-Lesercafé beschäftigte die Frage: Wie sicher fühlt man sich im Dorf? Mehr Einbrüche war der Tenor. Die Polizei bestätigt das jedoch nicht.

Mülheim.. Hört man sich um, scheint beinahe jeder in Saarn jemanden zu kennen, bei dem in jüngster Vergangenheit schon einmal eingebrochen worden ist. „Ich hab von Nachbarn gehört, bei denen kürzlich eingebrochen worden ist. Selbst mitten im Dorf passiert das“, erzählt Jürgen Klingenberg, der wie viele andere kürzlich das WAZ-Lesercafé im Gasthaus Kellermannshof besuchte. „Gerade in den kleinen Straßen im Dorf ist ja nicht viel Betrieb, vor allem abends nicht“, berichtet der Vorsitzende des Saarner Bürgervereins. Da hätten Langfinger leichtes Spiel.

Dass in Saarn öfter eingebrochen wird als in anderen Mülheimer Stadtteilen, kann Polizeisprecher Peter Elke nicht bestätigen. Wohl aber: „Wir verzeichnen generell einen steigenden Trend bei Einbrüchen – in Saarn ebenso wie in den anderen Vierteln der Stadt.“

Mehr Präsenz durch die Polizei

Saarns Lage – angeschlossen an viele Ausfallstraßen und nahe der Autobahn – mache es den Einbrechern doch auch einfach, sagte eine Besucherin des Lesercafés und gab zu Bedenken: „Bevor die Mülheimer Polizei mit der Essener zusammen gelegt wurde, gab es das nicht so stark. Da hatten wir auch noch mehr Polizeipräsenz auf den Straßen.“

Auf mehr Präsenz setze die Polizei auch jetzt, seitdem die Zahl der Einbruchsdelikte steige, verdeutlicht Polizeisprecher Elke: „Wir schicken sowohl uniformierte als auch Kollegen in Zivil auf die Straßen.“ Als besonders wichtig habe es sich auch erwiesen, Hinweisen aus der Bevölkerung nachzugehen, so der Polizeisprecher, der betont: „Viele, die etwas Verdächtiges beobachten und sich bei uns melden, haben das richtige Bauchgefühl.

"Das sind organisierte Banden"

Die Annahme, dass da was nicht stimmt, erweist sich sehr oft als begründet. Wir sind darauf angewiesen, dass Anwohner zum Nachbarn rübergucken – etwa wenn beim Senior nebenan verdächtiger Besuch vor der Tür steht.“ Ruhig mal genau hinhören, ob da nicht gerade der nächste Enkeltrick eingestielt werde, rät die Polizei.

Und Peter Elke warnt: Einbrecher kämen rund um die Uhr und bräuchten nur wenige Minuten, um eine Wohnung leerzuräumen. „Das sind organisierte Banden, Profis eben. Die finden auch das vermeintlich sicher versteckte Geld oder den Schmuck“, weiß Elke und skizziert: „Das geht auch in Saarn vom Einfamilienhaus bis hin zum Hochhaus mit der gleichen Masche.“