Einbrüche ärgern die Siedler

Richtig etwas los war beim WAZ Lesercafé im Restaurant „Sierrs Nevada“(ehemals „Krug zur Heimaterde“) auf der Heimaterde.
Richtig etwas los war beim WAZ Lesercafé im Restaurant „Sierrs Nevada“(ehemals „Krug zur Heimaterde“) auf der Heimaterde.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das WAZ-Lesercafé fand diesmal auf der Heimaterde statt. Dort zählt noch die gute Nachbarschaft. Polizei berichtet: Im Winter tauchten hier tatsächlich vermehrt Einbrecher auf, in der Regel gibt es aber nicht mehr Einbrüche als andernorts.

Heimaterde.. Das ist doch wirklich erstaunlich: Über Einbrüche auf der Heimaterde kann beim WAZ-Lesercafé im Steak-Haus „Sierra Nevada“ (ehemals der „Krug“) fast jeder zweite Gast berichten. Einer Anwohnerin der Max-Halbach-Straße hat man Geld und den ganzen Schmuck gestohlen. „Ich war weg, alles war abgeschlossen, aber die Einbrecher haben den Bewegungsmelder einfach zur Seite gedreht, die Terrassentür aufgehebelt und drinnen alles ganz systematisch durchwühlt“, erzählt sie. „Die Täter kommen von hinten durch die Gärten, nicht von vorne. Das sind Leute, die vorher alles genau beobachten“, weiß Hans Prions, dessen Sohn bestohlen wurde.

Trickbetrüger riefen dagegen bei Willi Wagner an und erklärten: „Ihr Telefon muss überprüft werden, wir kommen gleich vorbei.“ Der Siedler wimmelte den Anrufer ab, ging dann raus auf die Straße und entdeckte auf dem Bertha-Krupp- Platz eine unbekannte und verdächtige Frau, die mit dem Handy telefonierte. „Hier auf der Heimaterde gibt es auch immer wieder mal Anrufe von vermeintlichen Firmen, die die Isolierung von Hauswänden anbieten und direkt einen Termin ausmachen wollen. Das sind Einbrecher, die auf diese Weise nur rausfinden wollen, wann man nicht zu Hause ist“, so Hans Prions. Die Polizei hat er in der Sache schon angerufen. „Man riet mir, dass ich das Autokennzeichen notieren soll, wenn ich auffällige Wagen rumfahren sehe und mich unter einer speziellen Telefonnummer bei der Polizei melden soll.“

Doch wird die Heimaterde wirklich mehr heimgesucht von kriminellen Gestalten? Polizeipressesprecherin Tanja Hagelüken erklärt: „Im Moment nicht und auch generell nicht mehr als andere Stadtteile. Allerdings gab es in der dunklen Jahreszeit tatsächlich mal vermehrt Einbrüche im Bereich Haarzopf/Fulerum/Heimaterde. Dieser Bereich ist beliebt bei mobilen Einbrechern und herumreisenden Banden, weil man schnell auf der A 40 oder A 52 ist. Keine Hinweise gibt es darauf, dass ein örtlicher Täter auf der Heimaterde aktiv ist.“ Auch die Beamtin rät, man solle sich bei der Polizei melden, sobald man Leute sieht, „die ganz und gar nicht in die Siedlung gehören“ oder „wenn man einen Kontrollanruf bekommen hat“.

Egon Janz, Vorsitzender der Siedlervereinigung Heimaterde, ist froh darüber, „dass wir hier noch eine funktionierende Nachbarschaft haben, wo jeder auf den anderen achtgibt“. Das ist es in anderen Stadtteilen viel anonymer,“ sagt er. Wie gut Menschen und Vereine kooperieren, habe sich auch nach Pfingststurm Ela gezeigt, der auf der Heimaterde richtig wütete.

Schon 4000 Euro für neue Bäume

„Die Heimaterde sieht jetzt ganz anders aus“, finden unsere Leser und denken dabei an die vielen Lücken im Grün, die „Ela“ hinterlassen hat. Es gebe aber auch einige wenige Ecken, die vorher überwuchert waren und nun besser aussehen als zuvor. Die von der Siedlervereinigung initiierte Aktion „Bäume für die Heimaterde“ habe schon 4000 Euro an Spenden gebracht. „Alleine, aber auch in Zusammenarbeit mit der Stadt überlegen wir, wo Neuanpflanzungen erfolgen sollen“, berichtet Vorsitzender Egon Janz. Am Gänsereiterteich und in der Theodor-Suhnel-Straße werde es welche geben, man überlege noch was in den Siepentälern geschehen solle. „Man sollte auch Obstbäume pflanzen, die werden nicht so groß, blühen schön und sind auch für unsere Imker wichtig“, wünscht sich ein Siedler.

Viele weitere Themen werden beim Lesercafé erörtert (Verkehr, Lärm, Müll, Ehrenamt, usw.), wir kommen in Kürze darauf zurück. Heimaterdler sind alle Anwesenden gerne. „Ich möchte hier alt werden und sterben“, sagt einer, ein anderer widerspricht: „Ich möchte hier alt werden und nicht sterben!“