Ein Versprechen in die Zukunft

Angesichts der teilweise über 30 Jahre alten Straßenbahnen mag der Titel der Ausstellung „Die moderne Tram in Europa“, die derzeit im Medienhaus zu sehen ist, verwundern. Die Ausstellung ist aber auch ein Versprechen für eine bessere Zukunft. Größere Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und höherer Komfort und einiges mehr. Wie zur gestrigen Eröffnung MVG-Geschäftsführer Klaus-Peter Wandelenus ankündigte, wird voraussichtlich im Mai die erste der 15 neuen bestellten Straßenbahnen eingesetzt. Sie waren in zwei Etappen für knapp 40 Millionen Euro bei Bombardier in Bautzen in Auftrag gegeben worden. Eine Originalbahn dieses Typs war auch schon einmal in Mülheim zu sehen, denn in Essen, wo 27 Bahnen geordert wurden, rollen sie teilweise schon jetzt. Was die neue Bahn auszeichnet, zeigt auch eine der 15 Schautafeln der Ausstellung (siehe Kasten). Sie ist nicht nur voll klimatisiert, sondern verfügt mit 68 Sitz- und 108 Stehplätzen auch über eine wesentlich größere Beförderungskapazität. „Dann müssen wir zu den Spitzenzeiten auch niemanden mehr an den Haltestellen stehen lassen“, sagt Wandelenus.

Denn auch das komme im Alltag vor. In der Spardiskussion werde dagegen immer nur auf die Geisterfahrten zu den schwachen Verkehrszeiten und an den Endpunkten der Linien verwiesen. Für die Wahl der Fahrzeuge seien aber immer die Fahrgastzahlen zu den Spitzenzeiten ausschlaggebend. Die Diskussion über den Systemwechsel von Bahn auf Bus möchte Wandelenus mit der Ausstellung allerdings nicht anheizen.

Straßenbahnen kommen immer in einem festen Takt. So wird es auch bei der Auslieferung sein. Alle 14 Tage soll eine weitere Bahn in Dienst gestellt werden, vorausgesetzt freilich, dass der Zustand der Fahrzeuge mängelfrei sei, wie der MVG-Chef betont. Somit wäre Ende des Jahres der MVG-Fuhrpark wieder komplett. Nicht ganz. „Mir fehlen dann noch fünf Bahnen“, sagt Wandelenus. Es sind die Bahnen, die die MVG gefordert hatte, die die Politik dem Nahverkehrsunternehmen verwehrt hat. Der Zustand der eingesetzten Bahnen wird aber nicht besser. Viele Bahnen sind über 30 Jahre alt, längst verschlissen und Ersatzteile gibt es für sie auch nicht mehr. Auch das steigert dann die Kosten. Die Ausstellung der Münchner Verkehrsbetriebe gibt Einblicke in den Schienenverkehr und seine Vorteile in mehreren europäischen Großstädten.