Ein Tanz gegen Gewalt

Tanz auf offener Straße, in Alltagskleidung und gänzlich unkarnevalistisch, konnte man am Samstagmittag auf dem Kurt-Schumacher-Platz beobachten. Wie schon im vergangenen Jahr, setzten einige Mülheimerinnen ein Zeichen gegen Gewalt, unter der Frauen und Mädchen weltweit leiden. Die Gruppe beteiligte sich an einem internationalen Aktionstag unter dem Motto „One Billion Rising“.

Die Tanzdemonstration, vielfach auch Flashmob genannt, findet rund um den Globus jeweils am 14. Februar statt, der hierzulande besser als Valentinstag bekannt ist und entsprechend beworben wird. Sie folgt einer festgelegten Choreographie zum programmatischen Song „Break the Chain“ (Zerbrich die Kette). Organisiert wird sie in Mülheim von Brigitta Schustalla (57) und der Tanzpädagogin Gisela Kämpgen (64), getragen im wesentlichen von Frauen mittleren Alters.

Seit Dezember hatte die Gruppe im evangelischen Jugendhaus „Kolo“ in Speldorf mehrere Male für ihren demonstrativen Auftritt in der Innenstadt geprobt. Neben 13 weiblichen Teilnehmerinnen war dieses Mal auch ein Mann dabei, berichtet Gisela Kämpgen, denn eine der Frauen konnte ihren Partner zum Mitmachen bewegen. Etwas schade fanden die Initiatorinnen, dass die ganz junge Generation im Alter der eigenen Töchter bei den Vorbereitungstreffen nicht vertreten war.

Auch beteiligten sich etwas weniger Frauen als im vergangenen Jahr. Gisela Kämpgen vermutet: „Vielleicht trauen sich viele auch nicht, öffentlich zu tanzen.“ Für das nächste Jahr denken sie nun über andere Aktionsformen nach, aber das Thema Gewalt gegen Frauen wird sie weiterhin beschäftigen.