Ein strapazierter Vogel

Was soll ein Storch an der Ruhrpromenade? Frösche fischen? Wegweiser in den (Stadt)- Hafen der Ehe sein? Oder ist er nur teures Symbol, um seinen Schnabel in den Wind zu halten? „Storch Georch“ ist ein feiner Vogel und sein Erfinder Peter Thorsten Schulz darf stolz auf ihn sein. Aber er sollte das Tier nicht überstrapazieren und es nur auf den gerade angesagtesten Platz der Stadt fliegen lassen. Am Saarner Kirmesplatz war „Georch“ ein toller Aussichtsturm. Auf der Spitze einer Hafeneinfahrt mag er origineller als der übliche Leuchtturm sein. Aber passt er wirklich vor die Stadthalle, das neue Schlossquartier und Ruhrbania?

Über Kunst im öffentlichen Raum lässt sich prima streiten. Bringt ein Künstler sich selbst ins Gespräch, wie aus dem Rathaus verlautet, sagt das auch viel. Steuergeld darf „Georch II“ nicht abfischen. Die Stadtgemeinschaft hat wichtigere Dinge zu bezahlen als ein schnäbelndes Windfähnchen. Ist „Georch II“ unersetzbar, wird es Sponsoren genug für einen langlebigen Turmneubau in der Aue geben. Das ist begehbare und mehrwertige Kunst. Nur gucken kommt von Gunst – dieses Vögelchen fliegt zu hoch.