Das aktuelle Wetter Muelheim 13°C
WAZ-Serie: Selbsthilfe

Ein seltenes Leiden

29.01.2009 | 16:37 Uhr

Angiodysplasie ist eine angeborene Fehlbildung. Sie gehört zur Gruppe der seltenen angeborenen Gefäßfehlbildungen und verursacht einen krankhaft veränderten Gefäßbauplan und Blutkreislauf.

Überwiegend betroffen sind, meist einseitig, die Extremitäten – häufiger Beine als Arme, seltener eine ganze Körperhälfte.

Aber auch in jedem anderen Organ können Gefäßfehlbildungen auftreten. Da sie nicht immer direkt nach der Geburt zu Störungen führen und auch nicht alle Fehlbildungen sichtbar sind, werden sie häufig erst spät diagnostiziert. Sie bleiben jedoch ein Leben lang bestehen und können sich mit zunehmendem Alter verändern.

Äußere Erscheinungsbilder sind z. B. Feuermal und „Krampfadern”, im Kleinkindalter aber auch disproportionaler Längenriesenwuchs. Auch die Folgeerkrankungen werden oft erst zu spät erkannt und zugeordnet: Beckenschiefstand, Ausbildung von Kurzschlüssen zwischen Venen und Arterien, Thromboseneigung – dadurch Herzbelastung oder Wundheilungsstörungen nach Verletzungen.

Trotz großer Fortschritte in der Medizin fehlen immer noch kooperative Ärzte sowie fachübergreifende kompetente Fachzentren. Es fehlt neben einer geförderten Grundlagenforschung auch an einem deutschlandweiten Netz zur Versorgung der Betroffenen.

Der Bundesverband Angeborene Gefäßfehlbildungen e.V. agiert von Mülheim aus im ganzen Bundesgebiet. Organisiert werden bundesweite Arzt-Patiententreffen, um Betroffenen die Möglichkeit zu geben, sich kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen. Kommunikationsmittel ist das Internet. Auf unserer Homepage www.angiodysplasie.de bieten wir moderierte Chatrooms und Foren für Betroffene. Mit 100 Mitgliedern, die über ganz Deutschland verstreut wohnen, kann man keinen monatlichen Stammtisch veranstalten. Um erfolgreich und individuell sinnvoll therapieren zu können, sind Information und Aufklärung von Ärzten und Hebammen ein weiteres Ziel. Die Früherkennung ist entscheidend für die Vermeidung von Komplikationen und Spätfolgen sowie für die Milderung schwerer Krankheitsverläufe.

Im Gegensatz z. B. zu angeborenen Herzfehlern gibt es jedoch wenig öffentliches Interesse. Und so will der Bundesverband den von der europäischen Organisation für seltene Erkrankungen EURORDIS ausgerufenen „Europäischen Tag der seltenen Erkrankungen” am 28. Februar 2009 nutzen, um seine Belange an die Öffentlichkeit zu bringen.

» Infos und Kontakt: www.angiodysplasie.de oder Selbsthilfebüro 300 48 14

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/704988/create

Umfrage der Woche
Die Bauarbeiten für die Ruhrpromenade haben begonnen. Im März 2013 soll sie fertig sein. Prima Promenade an der Ruhr?

Die Bauarbeiten für die Ruhrpromenade haben begonnen. Im März 2013 soll sie fertig sein. Prima Promenade an der Ruhr?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Stimmen zum Rauchen
Video
Video
Pfingst-Spektakulum
Bildgalerie
Mittelalter in Broich
Pfingst-Renntag
Bildgalerie
PFERDERENNEN
"beGeistert"
Bildgalerie
Pfingstfest
Aus dem Ressort
Bürger machen Straße eng
Verkehr
Als Bürger den Verkehr in Mintard mal zu gefährlich für Fußgänger fanden, hatten sie dort in einer Nacht- und Nebelaktion selbst einen Zebrastreifen gemalt – weil Protest allein nicht half. In Speldorf an der Friedhofstraße griffen sie jetzt nicht Pinsel und Farbe, sondern setzten sich in ihre Autos
Eine Reise zu sich selbst
Freizeit
Susanne Storck war neun Wochen lang mit dem Fahrrad unterwegs und legte über 2716 Kilometer zurück. Sie war mit nur 400 Euro gestartet. Zwischendurch arbeitete sie für Kost und Logis. Sie hat daraus ein Buch gemacht, aus dem sie in der Buchhandlung Fehst liest: Dienstag, 5. Juni, 19.30 Uhr.