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Menschen machen's möglich...

Ein Mülheimer mit Herz – und Musik

21.08.2009 | 21:00 Uhr

Die Leser von DerWesten.de und der WAZ wählen Peter Michael Schüttler zum Ehrenamtler des Jahres. Er und andere Engagierte sind am Freitagabend während des Bürgerempfangs der Oberbürgermeisterin in der Stadthalle ausgezeichnet worden.

1. Preis: Peter Michael Schüttler. Foto: Stephan Glagla

Die WAZ-Leser haben entschieden, der Sieger der Ehrenamt-Aktion „Menschen machen's möglich” von Rheinisch-Westfälischer Wasserwerksgesellschaft (RWW) und WAZ steht fest und ist am Freitagabend beim Bürgerempfang der Oberbürgermeisterin in der Stadthalle geehrt worden: Peter Michael Schüttler vom Verein Regler-Produktion gewinnt den mit 3000 Euro dotierten Ehrenamtspreis. Auf die Plätze zwei und drei wählten die Mülheimer Jürgen Deutschbein und Helga Jungnickel.

Die Zahlen belegen: Die Mülheimer mögen Musik. Peter Michael Schüttler ist einer von zwölf Reglern, die ehrenamtlich Konzerte und Kleinkunstauftritte organisieren. Am bekanntesten sind wohl die Mittwochabende auf der Freilichtbühne. Die Reihe „Sunset Folks” war es, die Schüttler den ersten Preis bei der Aktion „Menschen machen's möglich” brachte. Stolze 155 Stimmen für ihn trudelten in der Redaktion ein. Viele schwärmten in ihren E-Mails von den Freiluftkonzerten.

2. Preis: Jürgen Deutschbein. Foto: Anja Bäcker

Viele Menschen motivierte auch Jürgen Deutschbein, für ihn abzustimmen. Mit 108 Stimmen kam der ehrenamtliche Schauspiellehrer, der sich besonders für Projekte mit Jugendlichen einsetzt, auf den zweiten Platz. Rang drei schließlich geht an Helga Jungnickel. Die 68-Jährige („unsere Helga”) hilft sechs Tage in der Woche, acht Stunden lang am Tag, im Awo-Seniorentreff aus. Die Menschen, die sie dort umsorgt, dankten ihr mit 88 Stimmen.

Zehn Ehrenamtler standen zur Wahl, ihre Nominierung drückt große Anerkennung aus: „Heinzelwerker” Erich Reichertz (64 Stimmen), Awo-Schuldnerberaterin Maria Kocks (28), Ulrike Mostafei und ihre Leseförderung (25), Helga Loddeke (Eichbaumoper, 23), der Dümptener „Sozialarbeiter” Horst Hirdes (10), Nabu-Aktivist Thomas Brüseke (6) und Lars van den Berg vom Initiativkreis Bergbau und Kokereiwesen (5).

3. Preis: Helga Jungnickel (links). Foto: Ole Heyer

Bürgerschaftliches Engagement. Das habe es immer gegeben, das werde es immer geben, und es sei auch immer wichtig gewesen, sagt Andrea Hankeln vom Mülheimer Centrum für Bürgerschaftliches Engagement (CBE). Doch sie meint auch: „Die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements steigt aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung.” Ein Grund hierfür sei, dass die Arbeitswelt jungen Menschen sehr viel Mobilität abverlange. „Da gibt es oft nicht mehr die klassischen Familienverbünde, wo zwei, drei Generationen in einem Haus leben, ebenso geht die Verbundenheit zum Stadtteil oder zur Gemeinde verloren”, sagt Hankeln. Alles, was die Gesellschaft früher zusammengehalten habe, breche immer mehr auf. Darüber hinaus sei die Hilfe für andere nichts mehr, was Menschen aus reinem Altruismus, also selbstlosem Antrieb, machten. Heute laute die Frage nicht: Wo wird meine Hilfe gebraucht? Die Einsatzbereitschaft für andere Menschen sei heute mehr auch mit Selbstverwirklichung verquickt.

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Hier finden Sie die Serien der WAZ-Lokalredaktion in der Übersicht, zum Beispiel alle "Gesichter des Jahres" und "Menschen in Mülheim".

Diese Entwicklung, da ist sich Hankeln sicher, mache es nötig, das Zusammenkommen von unterstützungsbedürftigen Menschen und denen, die Hilfe geben können, zu organisieren. Um die Bürgergesellschaft Mülheim ist der CBE-Geschäftsführerin dennoch nicht bange: „Wir empfinden, dass hier sehr viel Potenzial ist an Menschen, die sich engagieren können und wollen. Und es gibt hier viele Menschen, die sich einbringen.” Wichtig sei, eine Kultur der Anerkennung von bürgerschaftlichem Engagement zu pflegen. Da sei die Aktion „Menschen machen's möglich” ein Beitrag.

Julia Damm & Mirco Stodollick

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