Ein Konzept für die Kölner Straße

Zwar verfallen, aber noch nicht kurz vor dem Abriss: das alte Fachwerkhaus an der Kölner Straße/Heidendoren, wo ein Bauareal angedacht ist.
Zwar verfallen, aber noch nicht kurz vor dem Abriss: das alte Fachwerkhaus an der Kölner Straße/Heidendoren, wo ein Bauareal angedacht ist.
Foto: Herbert Höltgen
Was wir bereits wissen
Die Stadtplaner möchten das Gebiet an der B 1 entwickeln und im Bereich Heidendoren ein Bauareal schaffen. Kritiker sehen allerdings Freilandschutz in Gefahr.

Mülheim.. Ein „ziemliches Durcheinander“ so beschreibt Felix Blasch vom Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwicklung, die Situation an der Kölner Straße. Gewerbe, Wohnhäuser und Abstellflächen für Reisemobile wechseln sich auf mehreren Kilometern ungeordnet zwischen Saarn und Selbeck ab, dazwischen gibt es grüne, unbebaute „Landschaftsfenster“.

Ein städtebauliches Konzept möchten die Stadtplaner nun für das Gebiet an der B 1 vorantreiben, die Situation bauplanungsrechtlich regeln – unter anderem mit dem Bebauungsplan I 18, der noch aus den Zeiten von Bau- und Planungsdezernentin Helga Sander stammt, aber nie eingeleitet wurde. Nun will man die Idee, im Bereich Kölner Straße/Heidendoren ein kleines Bauareal zu schaffen, wieder aufgreifen. Auch, weil ein Eigentümer einen Bauwunsch geäußert hat.

Längere Diskussion in Bezirksvertretung 3

In der letzten Sitzung der Bezirksvertretung 3 sorgte die Ankündigung für eine längere Diskussion. Denn: Einige Bezirkspolitiker befürchten, dass hier „grüne Freiflächen, die auch eine Frischluftzufuhr garantieren, als Bauland geopfert werden“ und dass später noch weitere Wiesen und Felder an der Kölner Straße zugebaut werden könnten.

„Das ist ein Schritt in die falsche Richtung“, kommentierte Carsten Voß (Bündnis 90/Grüne) die Ausführungen der Verwaltung. Stadtplaner Felix Blasch konterte: „Wir wollen nur ein paar kleine Bauland-Areale abstecken, gleichzeitig aber festlegen, wo nicht mehr gebaut werden soll. Lückenschlüsse soll es nur dort geben, wo sie sinnvoll sind. Am Heidendoren geht es auch nur um eine Handvoll Häuser.“ Außerdem liege die überbaubare Fläche nicht entlang der Kölner Straße, sondern sei (spießartig) nach hinten ins Freiland ausgerichtet.

Freibereiche sollen gesichert werden

Insgesamt sei es Ziel, die vorhandenen Freibereiche, die östlich an die Kölner Straße grenzen, zu sichern. Die Bedenken von Carsten Voß, durch die Herausnahme aus dem Landschaftsplan werde es leichter möglich, einen Bebauungsplan abzuändern, versuchte der Stadtplaner zu zerstreuen: Man könne den Freilandschutz ja im Bebauungsplan verankern. Ohnehin gehe es erstmal nur um die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens, bei der Ausarbeitung der Pläne werde man sich noch vieles anschauen und auf Umweltbelange besonders achten.

Die BV 3 sprach sich mit 11 zu 5 Stimmen für die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens I 18 aus, nun geht das Thema in den Planungsausschuss. Auf einem Teil des betreffenden Geländes am Heidendoren steht derzeit noch ein verfallenes Fachwerkhaus, dass einige Bezirkspolitiker am liebsten abgerissen sähen. Das Thema steht jetzt noch gar nicht an. Weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, sei das später unter anderem auch eine denkmalrechtliche Frage, so Felix Blasch.