Ein Herz für alte Straßenbahnen

Thomas Ferch
Thomas Ferch
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Thomas Ferch (46) ist einer der vielen Helfer, die in ihrer Freizeit aus der Alten Dreherei in Mülheim das „Haus der Vereine“ machen.

Mülheim.. Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt machen vieles in dieser Stadt möglich. Ein großes, da unübersehbares Beispiel dafür, was viele Hände in der Freizeit schaffen können, ist die Alte Dreherei: Aus dem lange leer stehenden, über 2000 Quadratmeter großen historischen Industriegebäude, früher einmal Teil des Eisenbahnausbesserungswerks Speldorf, wird seit 2008 nach und nach das „Haus der Vereine“ – eine Ausstellungsstätte, ein Begegnungs- und Bildungszentrum. In diesem Jahr vermeldete der Trägerverein stolz den Abschluss der Außenarbeiten, der Innenausbau werde jetzt begonnen. Einer der vielen Helfer, die das mit Engagement und Fachwissen erst möglich machten, ist Thomas Ferch.

Der 46-jährige Maschinenbautechniker war von Anfang an mit dabei. Seine Schweiß-Kenntnisse waren vor allem bei der Restaurierung der vielen großen Sprossenfenster vonnöten, ging es doch anfangs vor allem darum, die große dreischiffige Halle erst einmal (regen-)dicht zu bekommen: 68 Fenster hat die Alte Dreherei, Ferch kennt sie (fast) alle. Hat neue Streben eingebaut, geschraubt, geschweißt, bewegliche Fensterteile wieder gängig bemacht.

Der 46-Jährige erinnert sich noch gut an das erste Baucamp im Sommer 2014: „Die jungen Leute waren tapfer, die haben im Regen übernachtet“. Auch das Dach war ja noch nicht fertig saniert.

Leidenschaft begann schon in der Kindheit

Für das „Haus der Vereine“ engagieren sich viele Mitglieder verschiedenster Vereine. Thomas Ferchs Herz schlägt, zum einen, für historische Straßenbahnen. Mit 20 Jahren wurde er Mitglied in der Verkehrshistorischen Arbeitsgemeinschaft (VHAG) der Evag, die sich um die alten Schätzchen kümmert, sie repariert und restauriert. Heute fährt er schon mal als Zugbegleiter in den historischen Schienenfahrzeugen mit, lernt gerade in Wuppertal-Kohlfurt für seinen „Straßenbahnführerschein“ das Fahren mit den alten, kurbelbetriebenen Wagen auf der Bergstrecke der Bergischen Museumsbahn. Seine Leidenschaft packte den gebürtigen Wuppertaler, der heute in Broich wohnt, schon als Kind, das auf dem Weg zur Schule oft in den alten Straßenbahnen mitfuhr.

Außerdem ist Thomas Ferch der erste Vorsitzende des „Kadett Olympia A“-Clubs, fährt natürlich selbst auch so ein Modell. „Der Wagen hat das gleiche Baujahr wie ich: 1968“, schmunzelt er. Seine festen Arbeitstage in der Alten Dreherei sind dienstagabends und samstags. Das sind auch die Tage, an denen die berufstätigen Helfer kommen. Meist arbeitet Thomas Ferch um die acht Stunden in der Woche in der Alten Dreherei, im Sommer kann es auch schon mal etwas länger sein.