Ein gut bestelltes Haus übernommen

Verabschiedung des Geschäftsführer des Vereins SKJ Soziale Kinder- und Jugendarbeit e.V., Wilfried aus der Beek (re.) und Vorstellung des neuen Chefs Claus Schindler im Jugendzentrum Leybank in Mülheim.
Verabschiedung des Geschäftsführer des Vereins SKJ Soziale Kinder- und Jugendarbeit e.V., Wilfried aus der Beek (re.) und Vorstellung des neuen Chefs Claus Schindler im Jugendzentrum Leybank in Mülheim.
Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
18 Jahre lang lag die Geschäftsführung des Vereins „Soziale Kinder- undJugendarbeit“ in Händen von Wilfried aus der Beek. Nun folgt Claus Schindler.

Mülheim.. Der Verein „Soziale Kinder- und Jugendarbeit“ (SKJ) ist der größte freie Träger von Jugendeinrichtungen in Mülheim an der Ruhr. 18 Jahre lang lag dessen Geschäftsführung in Händen von Wilfried aus der Beek. Der 69-Jährige gibt die ehrenamtliche Jugendarbeit, die „praktisch ein Halbtagsjob ist“, nun in neue Hände: Claus Schindler wurde nun als neuer SKJ-Geschäftsführer im Jugendzentrum Leybank eingeführt.

Wilfried aus der Beeks erste Aktion als Geschäftsführer, damals vor 18 Jahren, war, den 1953 aus der Jugendorganisation der SPD entstandenen Verein umzutaufen: Aus „Sozialistische Jugendheimstätten“ wurde „Soziale Kinder- und Jugendarbeit“.

Freier Träger betreut vier Jugendzentren

Der freie Träger betreut vier Jugendzentren rechts der Ruhr: an der Nordstraße, der Leybank, der Tinkrathstraße und an der Georgstraße. Letztere Einrichtung wurde erst jüngst mit einem Integrationspreis ausgezeichnet – dabei war es eben dieses Zentrum, das im Jahr 2001 bei einer Bedarfsanalyse als für die Stadtmitte überflüssig ausgemacht wurde. Für Wilfried aus der Beek sticht der Kampf gegen die Schließung im Rückblick besonders heraus: „Wir konnten einen Kompromiss finden und die Öffnungszeiten reduzieren.“ Sechs Jahre blieb das so, von 2002 bis 2008. „Dass wir dann wieder voll öffnen konnten, zeigt, wie wichtig ein Haus an diesem Standort ist“, betont Wilfried aus der Beek und verweist darauf, dass 80 Prozent der Kinder, die das Jugendzentrum Stadtmitte besuchen, einen Migrationshintergrund haben.

Sein Nachfolger Claus Schindler freut sich auf die neue Aufgabe – auch weil sein Vorgänger ihm ein „gut bestelltes Haus hinterlässt“. Das meint er sowohl mit Blick auf die bauliche Situation der vier Zentren als auch auf die dort geleistete Arbeit. Rund 20 Mitarbeiter sind beim SKJ beschäftigt und bieten laut Claus Schindler ein modernes Angebot, das sich an das Freizeitverhalten von Jugendlichen anpasst: „Man muss die Jugendlichen möglichst frühzeitig abholen. Deshalb legen wir großen Wert auf die Zusammenarbeit mit Schulen.“ Die gebe es bereits an vielen Stellen, eine Kooperation und engere Verzahnung der Angebote am Standort Nordstraße mit der nahen Gustav-Heinemann-Schule sei zudem in Arbeit. Weitere Herausforderungen, die Claus Schindler auf sich und die Teams zukommen sieht, ist die Integration von Flüchtlingskindern.

Wie alle Träger der offenen Jugendarbeit hängt auch der SKJ laut Schindler „am Tropf“ von Stadt und Land, doch: „Die jüngst beschlossene Dynamisierung der Trägerzuschüsse ist, was die Planungssicherheit angeht, ein Vorteil.“