Ein Feuerwerk jagt das nächste - Mülheimer sind verärgert

Feuerwerk über dem Müga-Park in Mülheim. Das Bild entstand bei einer der letzten „Extraschichten“.
Feuerwerk über dem Müga-Park in Mülheim. Das Bild entstand bei einer der letzten „Extraschichten“.
Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am vergangenen Wochenende gab es in Mülheim sechs Feuerwerke. Eine Ausnahme, erklärt das Ordnungsamt. Bürger hatten sich bei der Stadt beschwert.

Mülheim.. Viele Menschen finden Feuerwerke romantisch, andere fühlen sich durch sie in ihrer Ruhe gestört. Sie beschweren sich über die bunte Lichtershow, die den Nachthimmel zum Kunstwerk macht, aber natürlich auch für Böllerei sorgt.

Am letzten Wochenende knallte es in Mülheim sogar sechs Mal. „Das ist aber unüblich“, kommentiert Erich Oesterwind vom Ordnungsamt, „es liegt einfach daran, dass von Freitag bis Montag gleich mehrere Abi-Bälle in der Stadthalle veranstaltet wurden. Die Schulen buchen bei der MST ein Paket, das Saal, Gastronomie und ein Feuerwerk beinhaltet. Zudem lief noch die ,Extra-Schicht’ in der Müga.“ Da habe es am Samstag dann ausnahmsweise gegen 23.30 Uhr noch ein Feuerwerk gegeben. Normalerweise müsse die Knallerei spätestens um 23 Uhr beendet sein.

Abi-Feiern und Hochzeiten

Feuerwerke müssen spätestens 14 Tage vor dem Veranstaltungstermin bei der Stadt angezeigt werden, vom Umweltamt wird dann geprüft, ob beispielsweise umwelt- und naturschutztechnische Argumente dagegen sprechen. Zugelassen werden fast nur gewerbliche Feuerwerke, d.h. solche, die von einem Pyrotechniker durchgeführt und von diesem auch vorher angemeldet werden.

Anfragen von Privatleuten werden fast immer abschlägig entschieden, dazu halte auch die Bezirksregierung die Städte an. „Privat darf man ohnehin nur ein Sprühfeuerwerk am Boden veranstalten und keine knallenden Raketen abschießen“, erklärt Oesterwind. Normalerweise könne man diese ja außerhalb der Silvesterzeit auch gar nicht kaufen.

Ein Blick in die Statistik zeigt: Im ersten Quartal genehmigte die Stadt nur vier Feuerwerke, im zweiten Quartal dagegen waren es 23. „Weil das die Zeit der Abi-Feiern und der Hochzeiten ist“, so der Fachmann vom Ordnungsamt, der schon verstehen kann, dass das Geböllere zu nachtschlafener Zeit einigen Leuten auf die Nerven geht, und der in den letzten drei Tagen auch einige Anrufe diesbezüglich erhalten hat.

Zwei Feuerwerke am nächsten Wochenende

„Das Problem ist, dass in Mülheim fast alle Feuerwerke im selben Bereich stattfinden – in der Müga, an der Stadthalle, am Schloß Broich oder auf der Schleuseninsel. Es sind also immer die Anwohner in der Stadtmitte bzw. in Broich, die den Krach mitkriegen“, sagt Oesterwind. In anderen Städten, zum Beispiel Essen, sei das anders. „Mal gibt es eine Veranstaltung in Altenessen, mal in Heisingen – das liegt alles weit auseinander, die Leute kriegen nur das Feuerwerk mit, das in ihrem Stadtteil gemacht wird.“

Ein Leuchtspektakel am Himmel dauert in der Regel übrigens höchstens zehn Minuten. Fürs nächste Wochenende sind für Freitag (Müga) und Samstag (Residenz Uhlenhorst) Feuerwerke angemeldet, für Juli und August bisher noch keine.